Keine Hilfe für gestürzten Motorradfahrer in der Steiermark

Gleich mehrere Autofahrer haben Montagfrüh einem gestürzten Motorradfahrer im südsteirischen Gralla im Bezirk Leibnitz nicht geholfen. Der 59-Jährige lag schwer verletzt in einem Kreisverkehr, andere Verkehrsteilnehmer sollen dann mit nur geringem Abstand direkt an ihm vorbeigefahren sein. Ähnliche Szenen spielten sich auch danach noch ab, als die Rettung den Mann versorgte.

Wie die Landespolizeidirektion Steiermark am Dienstag informierte, war der Motorradfahrer aus dem Bezirk Südoststeiermark gegen 7.50 Uhr in Gralla mit seinem Roller durch eigenes Verschulden gestürzt. Er blieb zunächst mit seinen schweren Verletzungen auf der Fahrbahn liegen. Ein Rettungssanitäter außer Dienst und eine couragierte Autofahrerin leisteten dann Erste Hilfe und riefen die Rettungskräfte, doch die anderen Verkehrsteilnehmer sollen “mangelhaftes Verhalten” an den Tag gelegt haben, so die Polizei.

Die Ersthelfer berichteten, dass zahlreiche Fahrzeuge ohne anzuhalten und in nur geringem Abstand zum Verletzten an der Unfallstelle vorbeigefahren waren. Selbst als die Rettung schon da war, sollen sich Autofahrer zwischen dem Rettungswagen mit Blaulicht und den Sanitätern, die den Motorradfahrer gerade versorgten, durchgezwängt haben. Dadurch wurden die Helfer nicht nur behindert, sondern auch gefährdet. Ein Erfassen der Kennzeichen sei allerdings nicht möglich gewesen.

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