Keine Kontrolle über Waldbrände bei Tschernobyl

In der Ukraine sind die Brände in radioaktiv verstrahlten Wäldern um das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl weiter nicht unter Kontrolle. Neue Brandherde auf den umliegenden Grasflächen seien hinzugekommen, teilte der Katastrophenschutz am Mittwoch mit. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde demnach verdoppelt, drei Flugzeuge und drei Hubschrauber waren für Löscharbeiten stundenlang in der Luft.

Die Strahlungswerte für die angrenzenden besiedelten Gebiete seien innerhalb der Norm, versicherte die Behörde in Kiew. Die Feuer sind am vergangenen Samstag ausgebrochen. Bis zu 35 Hektar – eine Fläche von knapp 50 Fußballfeldern – waren von dem Brand betroffen. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus und ermittelt gegen einen 27-Jährigen. Er soll für mindestens einen Brandherd verantwortlich sein.

In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten, immer wieder wurde Brandstiftung als Ursache vermutet. Nach der Explosion des Blocks vier im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 wurden radioaktiv belastete Landstriche um die Atomruine gesperrt. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Seit mehreren Jahren ist das Gebiet für geführte Touristen zugänglich.

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