Meinung

von Markus Ebert

Keine Schonfrist

Kommentar zum Kurz-Rücktritt.

Man will gar nicht wissen, ob in den Parteizentralen von SPÖ, FPÖ und Neos am Donnerstag die Sektkorken knallten, aber denkbar ist es — hatte man doch in seltener Einmütigkeit monatelang dem Motto „Kurz muss weg“gehuldigt. Es ist noch nicht lange her, da wollte dieses Trio sogar eine Koalition bilden.

Auch Sebastian Kurz bildete Koalitionen: Eine mit der FPÖ, eine mit den Grünen, die mit Abstand erfolgreichste aber mit den Wählerinnen und Wählern. Das war wohl auch der Hauptgrund für ein Übermaß an politischer Gehässigkeit, wie es selten einem Politiker entgegengebracht wurde.

Wer freilich das eine oder andere Mal dieses politische Talent aus nächster Nähe erlebt hat weiß, warum so viele Menschen Sebastian Kurz politisch vertrauten. Er war zu jeder Zeit authentisch.

Er und sein Team hätten „die Arbeit über alles gestellt“, meinte er in seiner Abschiedsrede. Das mag auch die Begründung dafür sein, dass Dinge aus dem Ruder gelaufen sind.

Der Rücktritt von Sebastian Kurz erfordert von ÖVP wie Bundesregierung eine Neuaufstellung. Das wird kein leichtes Unterfangen, denn — das zeigten auch die Reaktionen — von der Opposition haben Partei wie Regierung keine Schonfrist zu erwarten.

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