Markus Ebert

Meinung

von Markus Ebert

Keine starke SPÖ

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer ist ungeduldig. Er habe den Eindruck, „dass man diese Regierungsverhandlungen keineswegs mit gebührendem Tempo durchführt“, sagte er im Kurier-Interview, und auch, dass da jemand „Regierungsbildung als Jonglieren mit fünf Bällen versteht“.

Wohin für ihn die Reise gehen soll, lässt Fischer — der nach zwölf bemüht überparteilichen Jahren in der Hofburg nun aus seinem SPÖ-Herzen keine Mördergrube mehr machen muss —klar anklingen: Man könne sage, dass Türkis-Rot mehr Stabilität hätte, sagt er unter Verweis darauf, dass die SPÖ zweitstärkste Fraktion sei und „ungefähr genauso stark ist wie die Grünen und Neos zusammen“.

Aber, Hand aufs Herz: Bloße zahlenmäßige Stärke ist nicht das einzige Argument, das für Regierungstauglichkeit eine Rolle spielt. Immerhin stellt sich nach den letzten Tagen die Frage, mit wie vielen SPÖ’s man es derzeit eigentlich zu tun hat?

„Zahlenmäßige Stärke ist nicht das einzige Argument, das für Regierungstauglichkeit eine Rolle spielt.“

Die aktuelle Posse um Parteikritiker Max Lercher wirft jedenfalls kein gutes Licht auf die Geschlossenheit der Genossen. Ganz zu schweigen davon, dass im Hintergrund die Ex-Parteichefs Christian Kern und Werner Faymann auch noch ihr jeweiliges Mütchen kühlen. Von einer starken Sozialdemokratie kann derzeit wirklich keine Rede sein.

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