Kenianer Muteti gewinnt 39. Vienna City Marathon

Der Kenianer Cosmas Muteti hat am Sonntag den 39. Vienna City Marathon gewonnen. Der 30-jährige Mitfavorit setzte sich bei angenehmen Temperaturen in Wien in 2:06:53 Stunden vor seinem Landsmann Leonard Langat (2:06:59) und Favorit Oqbe Kibrom (2:07:25) aus Eritrea durch. Muteti, der seine bisherige Bestzeit um fast zwei Minuten verbesserte, sicherte sich ein Preisgeld von 15.000 Euro. Bei den Frauen triumphierte Vibian Chepkirui aus Kenia mit Streckenrekord von 2:20:59.

Der Männer-Streckenrekord des Äthiopiers Getu Feleke (2:05:41) aus dem Jahr 2014 blieb außer Reichweite, Muteti schaffte allerdings die zweitbeste jemals in Wien gelaufene Zeit. „Das ist mein größter Sieg“, sagte er mit einem Lächeln. Nach der coronabedingten Absage 2020 und dem Comeback im September 2021 fand das Event wie gewohnt wieder am Frühjahrstermin im April statt. Chepkirui wiederholte vier Sekunden vor ihrer Landsfrau Ruth Chebitok ihren Vorjahrssieg und verbesserte den Streckenrekord von Nancy Kiprop (Kenia/2:22:12).

Österreichs Hoffnungsträger Lemawork Ketema verpasste als 13. in 2:15:42 Stunden das EM-Limit (2:14:30) deutlich. Der Olympia-Teilnehmer schüttelte im Ziel enttäuscht den Kopf. „Heute war leider nicht mein Tag“, sagte der 36-Jährige niedergeschlagen. Seine Pacemaker hätten sehr oft ihr Tempo gewechselt, nach 27 Kilometern lief er alleine und hatte zusätzlich mit starkem Gegenwind auf der Prater Hauptallee zu kämpfen. An einer unübersichtlichen Stelle sei Ketema zudem fast mit dem Begleitfahrzeug zusammengestoßen. „Es war ganz knapp, da hatte ich Glück“, betonte er.

Der 28-jährige Timon Theuer musste nach etwa 32 Kilometern mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgeben und verfehlte damit ebenfalls die angepeilte Qualifikation für die European Championships im Sommer in München. „Dass es heute mit der Topform nicht klappt, ist ein Tritt in den Arsch. Mir tut alles weh, von der Sehne bis zur Hüfte“, sagte Theuer, der schon bei Kilometer 8 gestürzt war.

Um 8.58 Uhr gab Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Startsignal auf der Wagramer Straße. „Den Beginn, diese Spannung und nervöse Konzentration möchte ich an Ort und Stelle erleben“, sagte Van der Bellen im ORF-Interview. Mit einer kurzen Ansprache an die Teilnehmer wollte er Energie „über die ganze Welt verbreiten“.

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Die überraschend große Spitzengruppe war jedenfalls voller Energie, die österreichischen Spitzenläufer um Ketema und Theuer ordneten sich direkt in einer Verfolgergruppe ein. Die 17-köpfige Elite, die in Wien erstmals von einem auf einem Begleitfahrzeug angebrachten Bildschirm mit Live-Zwischenzeiten unterstützt wurde, hatte nach zehn Kilometern eine vielversprechende Durchgangszeit von 29:57 Minuten.

Auch die von den Pacemakern auf den Asphalt gelegten 1:03:21 zum Halbmarathon waren noch im Plan für den angepeilten Streckenrekord. Doch im zweiten Teil des Rennens über 42,195 km erschwerte böiger Wind die Mission. Bei Kilometer 30 setzte Kibrom eine Attacke und lief einige Zeit allein an der Spitze. Doch Muteti teilte sich seine Kräfte besser ein und übernahm sechs Kilometer vor dem Ziel die Führung.

Den Sieg im Halbmarathon sicherte sich nach 2019 erneut der Österreicher Mario Bauernfeind mit einer persönlichen Bestzeit von 1:05:35. Der 31-Jährige setzte sich vor Marathon-Rekordler Peter Herzog, der nach einer Verletzungspause zurückkehrte, mit einem Vorsprung von sechs Sekunden durch. „Wenn man in der Heimatstadt so gewinnt, ist das natürlich Wahnsinn und unglaublich“, sagte Bauernfeind. Bei den Frauen war die Britin Victoria Kenny (1:16:16) die Schnellste.

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