„Kern-Bodensatz” von zehn Prozent

Bei türkischsprechenden Personen ist Antisemitismus weiter verbreitet

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP).
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP). © APA/Hochmuth

Eine Antisemitismus-Studie im Auftrag des Parlaments sieht in Österreich einen „Kern-Bodensatz“ von zehn Prozent, wobei dieser Prozentsatz im langjährigen Vergleich jedoch rückläufig ist.

Weiter verbreitet ist die Judenfeindlichkeit bei Menschen, die türkisch oder arabisch sprechen, erhob dabei das Institut IFES.

Der Aussage „Wenn es den Staat Israel nicht mehr gibt, dann herrscht Frieden im Nahen Osten“ stimmten insgesamt zehn Prozent zu, arabischsprachige Menschen stimmten aber mit 70 Prozent zu, bei türkischsprachigen war es knapp die Hälfte. Die Studie befindet sich derzeit kurz vor Fertigstellung, ein endgültiges Ergebnis wird voraussichtlich am 15. März vorliegen. „Antisemitismus ist eine gesamteuropäische Herausforderung, der man sich immer wieder aufs Neue stellen muss“, kommentierte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) diese ersten Ergebnisse.

Seit längerem werde in der gesamtgesellschaftlichen Diskussion auch die Frage nach einem „importierten Antisemitismus“ gestellt, diese dürfe aber nicht auf Grundlage von Behauptungen und Mutmaßungen erfolgen, sondern müsse auf einer soliden empirischen Basis stehen, so Sobotka. Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) will vor allem bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ansetzen.

Die Regierung plane ein Bündel an Maßnahmen, das zeitnah im Ministerrat beschlossen werden soll. Etwa Besuche durch Schüler der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie Zeitzeugengespräche an Schulen.

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