Kia XCeed – Mit „Habenwollen-Effekt“

Den kompakten Crossover XCeed gibt es auch als Stecker-Hybrid. Das bedeutet in der Praxis: Der Kia schafft rein elektrisch gut 50 Kilometer. Pendeln ohne tanken ist somit für viele Menschen problemlos möglich.

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Durchschnittlich fahren die Österreicher laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) rund 40 Kilometer pro Tag mit dem Auto.

Dennoch ist für viele bei E-Autos die Reichweitenangst ein Thema. Abgesehen davon, dass aktuell Ferienurlaube nach Kroatien sowohl wegen Corona als auch aufgrund des Wetters nicht so hip sind, ist das Thema Reichweite somit gar nicht so virulent, wie man meinen möge.

Wer jedoch die Vorzüge eines E-Autos (leise, keine lokalen Emissionen, volles Drehmoment bereits im Drehzahlkeller) genießen will und keine Angst haben will, von Linz nach Bregenz auf der Inntalautobahn liegen zu bleiben, der kann auch zu einem Plug-in-Hybrid greifen.

Typenschein

Kia XCeed PHEV Platin

Preis: ab € 42.790,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 43.390,- inklusive Pearllackierung € 600,-; einen Kia XCeed PHEV (Silber) gibt es ab € 36.390,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 172,80 jährlich
Garantie: 7 Jahre bis max. 150.000 km, 5 Jahre bis max. 150.000 km Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 7 Jahre bis max. 150.000 km Garantie auf Hybridbatterie
Service: alle 30.000 km oder alle zwei Jahre

Technische Daten:
Benzinmotor: R4, 16V, Turbolader, Partikelfilter, 1580 cm³, 77,2 kW/105 PS bei 5700 U/min, max. Drehmoment 147 Nm bei 4000 U/min
Elektromotor: Permanentmagnet-Synchronmotor, 44,5 kW/61 PS bei 1798-2500 U/min, max. Drehmoment 170 Nm bei 0-4000 U/min, Lithium-Ionen-Akku mit 8,9 kWh Kapazität
Systemleistung: 103,6 kW/141 PS bei 5700 U/min
Max. Systemdrehmoment 265 Nm bei 1000-2400 U/min
Getriebe: Sechsgangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 11 s
Leistungsgewicht: 11,3 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 1,7 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,2 Liter
CO2-Ausstoß: 38 g/km
Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4395/1826/1490 mm
Radstand: 2650 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1596/2030 kg
Kofferraum: 279-1243 Liter
Tank: 37 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 235/45 R18 94V auf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 6

Die Plug-ins haben zwei Motoren: einen Verbrenner und ein E-Aggregat. In der Regel reicht der E-Motor – im Falle des Kia XCeed ein 61 PS starker Permanentmagnet-Synchronmotor – für rund 50 Kilometer, also den täglichen Bedarf. Der Benziner – beim XCeed ist das ein aufgeladener Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum – dient quasi als Range Extender für die Langstrecke: Oder wenn man zu faul zum Aufladen ist.

Und Stichwort aufgeladen: Sind 37-Liter-Tank und 8,9-Kilowattstunden-Akku auf hundert Prozent, schafft der höhergelegte Kia XCeed knapp 850 Kilometer. Das entspricht ungefähr der Entfernung von Linz nach Florenz. Da kann man getrost sagen: Reichweitenangst ade.

Kia zeigt bei dem in der Slowakei produzierten XCeed, dass Qualität und Plug-in-Technik nicht teuer sein müssen. In der höchsten Ausstattungslinie kostet der 4,395 Meter lange Fünfsitzer knapp 43.000 Euro.

An Bord ist dann so gut wie alles, was das Herz begehrt. Dazu zählen unter anderem Sitzheizung, Lenkradheizung, Zweizonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, elektrische Heckklappe, acht Zoll großes Multimediadisplay, der frei stehende 10,25 Zoll große Touchscreen in der Mitte des Cockpits, induktive Ladestation, Licht- und Regensensor, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner, USB-Ports, Spracherkennung und Isofix-Vorrichtung.

In Summe kann der XCeed in Sachen Ergonomie, Platzangebot und Bedienlogik überzeugen. Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen, denn der durchdachte Innenraum wirkt wertig, der Materialmix passt und zu guter Letzt sind auch die Platzverhältnisse vorne wie hinten mehr als ausreichend.

Lediglich das Gepäckabteil ist mit 279 Litern geringer als bei der Konkurrenz (etwa BMW X2) und liegt auch deutlich unter dem Volumen bei den Verbrenner-XCeeds (da sind es 426 Liter). Zudem ist die hohe Ladekante beim Ein- und Ausladen hinderlich.

Vom Kofferraum-Manko abgesehen gibt sich der kompakte Crossover mit seiner flotten Heckpartie kaum eine Blöße. Der Antritt des Fronttrieblers ist zwar eher gemächlich dafür zeigt der straff abgestimmte XCeed mit 141 PS Systemleistung bei höheren Touren auch sportliche Ambitionen.

Auf der Landstraße lenkt er direkt und linear ein und wankt auch in Kurven nicht übermäßig. Die Sechsgangautomatik waltet spürbar und nicht sonderlich schnell ihres Amtes, die Bremsen funktionieren ohne Fehl und Tadel. Die Ladetechnik fällt beim XCeed konservativ aus.

Kia hat lediglich einen einphasigen Bordlader verbaut, was auch an Ladesäulen mit mehr Leistung die Energieaufnahme auf 3,4 Kilowatt begrenzt. Eine volle Ladung des leergefahrenen Akkus zieht sich so auf rund drei Stunden hin.

Fazit

Ein wunderschöner Crossover mit „Habenwollen-Effekt“ und vor allem für Pendler eine interessante Option. Auf der Habenseite stehen eine überkomplette Serienausstattung, einfache und logische Bedienung sowie die sieben Jahre Garantie. Ist die Batterie jedoch leer, wird der XCeed zum Schleicher.

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