Kickl will sich in Causa Odin nicht einmischen

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) will sich in der Debatte um den umstrittenen Maler Odin Wiesinger, der für die FPÖ in der kommenden Funktionsperiode in Oberösterreichs Landeskulturbeirat sitzt, nicht einmischen. “Ich bin kein Experte für bildende Künste. Das maße ich mir nicht an”, sagte Kickl am Rande des Ministerrats. Auch Verkehrsminister Norbert Hofer verteidigte seinen Lieblingskünstler.

“Es gibt aber auch viele, die nichts mit den Werken von Hermann Nitsch anfangen können”, so Kickl. Der Aktionskünstler und Maler Nitsch ist im Unterstützungskomitee für die Grüne EU-Kandidatin Sarah Wiener.

Zudem nahm Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) seinen Lieblingskünstler in Schutz. Es sei klug, sich von einem Menschen selbst ein Bild zu machen. Er würde daher jedem ein persönliches Gespräch mit Wiesinger und ein Besuch in dessen Atelier empfehlen, sagte Hofer im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Auf geschmackslose Postings des Künstlers im Internat angesprochen, meinte Hofer, dass er so eine Wortwahl nicht rechtfertigen würde, aber “im Laufe des Lebens fallen Sätze, die man später bereut”. Ob Wiesinger als Kulturbeirat geeignet sei, könne er nicht beurteilen. “Das steht mir nicht zu”, so Hofer.

Seinen “persönlichen Geschmack” treffe der Maler nicht, meinte Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Mittwoch. Aber persönliche Befindlichkeiten seien keine Kriterien in der Politik, erklärte er, warum er gegen die Ernennung des Künstlers vom Regierungspartner FPÖ in den kommenden Landeskulturbeirat nichts unternehmen habe können.

Als Landeshauptmann sei er Inhaber eines demokratisches Amts, das ihm den “Rahmen vorgibt, den er einzuhalten hat”, argumentierte Stelzer. Im konkreten Fall war jener Rahmen das Statut des Landeskulturbeirates, das “ein eigenständiges Nominierungsrecht für alle im Landtag vertretenen Parteien vorsieht”. Damit sei alles gesagt, so der Landeshauptmann abschließend.

Die Causa Wiesigner ist am Mittwoch noch um eine Facette reicher geworden. So befinden sich seit 2011 zwei seiner Werke auch in der Kunstsammlung des Landes. In den Räumen des FPÖ-Klubs fand eine Ausstellung mit Werken des umstrittenen Innviertler Künstlers statt. Danach soll der blaue Klubdirektor Ferdinand Watschinger den damaligen Landeskulturdirektor zum Ankauf gedrängt haben, hieß es im “Standard” online. Gelagert werden die zwei um jeweils 990 Euro angekauften Bilder demnach im OÖ Kulturquartier im Ursulinenhof. Der Grüne Kultursprecher Severin Mayr fordert nun eine Aufklärung der Begleitumstände des Ankaufs. Mit entsprechenden Fragen wolle er auch “den Landtag befassen”.

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