Russland und die Ukraine verhandeln am Dienstag in Istanbul

Rund viereinhalb Wochen nach der russischen Invasion in die Ukraine starten Moskau und Kiew am Dienstag in Istanbul eine neue Verhandlungsrunde. Die Delegationen aus Russland und der Ukraine kommen Dienstagfrüh um etwa 9.30 MESZ im Dolmabahce-Büro des Präsidenten in Istanbul zusammen, wie das türkische Präsidialbüro Montagabend mitteilte. Die Ukraine zog unterdessen klare roten Linien. Zumindest humanitäre Fragen müssten geklärt werden, Maximalziel sei ein Waffenstillstand.

Diese Linien seien von Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgegeben worden, erklärte Außenminister Dmytro Kuleba. Vor Beginn der Gespräche wolle sich die türkische Seite jeweils mit den Delegationen treffen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Er betonte nach einer Kabinettssitzung in Ankara erneut, er hoffe auf einen baldigen Waffenstillstand. Erdogan erklärte, er halte telefonischen Kontakt zu Selenskyj und zu Kremlchef Wladimir Putin, es gehe in eine „positive Richtung“.

Die Unterhändler aus der Ukraine und aus Russland waren bereits dreimal im Grenzgebiet von Belarus zusammengetroffen. Danach wurden die Gespräche in Videoschaltungen abgehalten.

Die Verhandlungen zwischen der ukrainischen und der russischen Delegationen gestalten sich mehr als vier Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs als äußerst schwierig. Kiew will etwa einen Abzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien. Moskau fordert einen NATO-Verzicht der Ukraine sowie eine Anerkennung der abtrünnigen ostukrainischen Separatistengebiete als eigene Staaten und der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands.

Ankara unterhält gute Beziehungen zu Moskau und Kiew und sieht sich als Vermittler. In der Türkei hatten sich am 10. März bereits der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba und sein russischer Kollege Sergej Lawrow getroffen. Das Gespräch in Antalya brachte damals allerdings keine wesentlichen Fortschritte.

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