Nordkoreas Machthaber Kim kehrt nach Pjöngjang zurück

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un ist nach seinem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in der russischen Hafenstadt Wladiwostok früher als erwartet abgereist. Er sei bereits mit seinem gepanzerten Zug auf dem Heimweg in das Nachbarland Nordkorea, meldeten russische Agenturen am Freitag.

Ursprünglich waren noch Besuche im Theater und im Delfinarium von Wladiwostok geplant. Warum Kim früher abreiste, war bisher nicht bekannt. Zuvor besuchte Kim Berichten zufolge noch ein Kriegsdenkmal für die sowjetische Pazifikflotte im Zweiten Weltkrieg im Stadtzentrum und legte dort Blumen nieder. Danach habe es noch einen Empfang für Kim in einem traditionellen russischen Restaurant gegeben, bestätigte der Gouverneur der Region, Oleg Koschemjako. Dort sei auch schon Kims Vater, Kim Jong-il, bei seinem Russland-Besuch 2002 zu Besuch gewesen. Kim habe exakt dasselbe Menü serviert bekommen, sagte der Gouverneur.

“Leider hat Kim Jong-un nicht alles gesehen, was er sich vorgenommen hatte”, sagte der Politiker Koschemjako. Er hoffe aber, dass Kim wieder nach Wladiwostok reisen werde und er ihm alles zeigen könne.

Kim warnte vor einer Rückkehr der Spannungen mit den USA. Frieden und Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel hingen von den USA ab, habe Kim Putin in Wladiwostok dargelegt, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Die Lage auf der Halbinsel und in der Region sei von Stillstand geprägt. Es sei ein “kritischer Punkt” erreicht, an dem es eine Rückkehr zu dem Zustand geben könne, als die USA sich beim zweiten Gipfel in böser Absicht gegenüber Nordkorea verhalten hätten. “Die Demokratische Volksrepublik von Korea wird sich für jede mögliche Situation wappnen”, zitierte KCNA Kim.

Kim und US-Präsident Donald Trump waren im Februar in Hanoi zu ihrem zweiten Gipfeltreffen zusammengekommen, das jedoch ohne greifbares Ergebnis vorzeitig abgebrochen wurde. Trump hatte damals erklärt, wegen Kims Forderung nach Aufhebung der Sanktionen sei eine Einigung auf eine gemeinsame Linie zur atomaren Abrüstung gescheitert.

Am Donnerstag waren Kim und Putin zum ersten Mal zu einem Gipfel zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Treffens standen das umstrittene nordkoreanische Atomwaffenprogramm und die bilaterale Zusammenarbeit. Kim lud Putin auch nach Nordkorea ein.

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