Kinder-Medien-Studie: Echte Freunde wichtiger als „digitale“

Bei Sechs- bis Zehnjährigen schlägt das Spielen das Handy eindeutig — Auch Jüngste mit schlechter Erfahrung in sozialen Medien konfrontiert

V. l.: market-Institutsvorstand David Pfarrhofer, Philipp Heimel (Schulleiter der C-M-C MS Ried in der Riedmark), Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und Peter Eiselmair (Geschäftsführer Education Group)
V. l.: market-Institutsvorstand David Pfarrhofer, Philipp Heimel (Schulleiter der C-M-C MS Ried in der Riedmark), Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und Peter Eiselmair (Geschäftsführer Education Group) © Land OÖ/Stinglmayr

Die „digitale Kommunikation“ war Schwerpunktthema der 8. Oö. Kinder-Medien-Studie 2022, bei der es um die Mediennutzung von Sechs- bis Zehnjährigen ging. Neben ihnen wurden vom market Institut im Auftrag der Education Group auch Eltern mit drei- bis zehnjährigen Kindern befragt.

Dabei zeigte sich, dass 42 Prozent der Kinder zwar gern telefonieren und 19 Prozent Messenger-Dienste nützen, um mit Freunden in Kontakt zu treten – persönliche Treffen sind aus Sicht der Kinder aber deutlich wichtiger als die digitale Kommunikation. 94 Prozent beurteilen sie als wesentlich für Freundschaften.

Gemeinsames Spielen schlägt das Handy somit eindeutig. Auch kann digitale Kommunikation aus Sicht der Kinder nicht mit „echter“ mithalten. So bleibt auch für 83 Prozent die direkte Kommunikation mit den Eltern das Wichtigste. Vor allem über Probleme wird mit ihnen und im Freundeskreis persönlich gesprochen.

WhatsApp und YouTube am beliebtesten

Mittlerweile sind bereits auch mindestens 27 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen in sozialen Netzwerken unterwegs, 73 Prozent gaben an, sie selten oder nie zu nutzen, sieben Prozent nutzen sie jeden Tag, ebenso viele fast jeden Tag.

Besonders gern verwendet werden WhatsApp (50 Prozent) und YouTube (39 Prozent), gefolgt von Roblox (15 Prozent), Snapchat und Tik Tok (14 Prozent) sowie Facebook (12 Prozent).

Von Hänseln und Lügen betroffen

Schlechte Erfahrungen in den sozialen Netzwerken sind selten, jedes siebente Kind berichtet von negativen Erlebnissen. Dabei waren sie überwiegend mit Hänseleien (45 %) und Unwahrheiten (41 %) konfrontiert. Jedem fünften Kind sind aber auch schon einmal Hasskommentare aufgefallen.

Ein Fünftel der Eltern älterer Kinder glaubt, dass ihr Kind schon einmal schlecht behandelt wurde und ihm Hasskommentare aufgefallen sind. Als Reaktion auf Mobbing sind Eltern die erste Anlaufstelle. Die wichtigsten Exit-Strategien sind Gespräche – 49 % sprechen mit ihren Eltern darüber, 33 % mit Freunden, 23 % mit Lehrern – und die Ersteller der Kommentare zu blockieren (37 %).

Trends und Gefahren erkennen

Für Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander ist es wichtig, aktuelle Trends frühzeitig zu erkennen und Entwicklungen regelmäßig zu verfolgen. „So haben wir die Möglichkeit, Potenziale zu erkennen und zu unterstützen, aber auch den Gefahren im Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen gegenzusteuern“.

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