Kinderkrankheiten im Überblick

Sind Kindergarten und Schule wieder in Vollbetrieb fangen sich viele Kinder einen Infekt nach dem anderen ein. Ein krankes Kind muss zu Hause bleiben, soll sich auskurieren und andere Kinder nicht anstecken – eine Herausforderung für viele Eltern.

Nicht bei jeder Erkrankung muss sofort ein Kinderarzt hinzugezogen werden, jedoch immer bei hohem Fieber, Austrocknungsgefahr, schlechtem Allgemeinzustand und bei bakteriell bedingten Infektionen. Im Zweifel sollten Eltern zumindest eine telefonische Auskunft beim Kinderarzt einholen, betont Lydia Obernosterer, Ärztin für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Wels-Grieskirchen.

Symptome im Überblick:

  • Grippale Infekte: Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, ausgelöst durch Viren. Wichtig sind viel Flüssigkeit und Ruhe. Es sind keine Antibiotika nötig. Das Kind sollte aber so lange zu Hause bleiben, bis es ohne Fiebersenker einen Tag lang fit war.
  • Magen- und Darminfekte: Gefahr des Austrocknens, ausreichend Flüssigkeitszufuhr wichtig. Bei anhaltenden Symptomen muss unbedingt ein Kinderarzt aufgesucht werden, erst nach zwei Tagen ohne Symptomen ist das Kind wieder gesund.
  • Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Grippeähnliche Symptome, Bläschen im Mund, Ausschlag an Hand- und Fußinnenflächen. Das Kind muss so lange zu Hause bleiben, bis die Bläschen abgeheilt sind – ca. sieben bis zehn Tage. Medikamente lindern den Schmerz.
  • Bindehautentzündung: Rote und tränende Augen, verklebte Lider, Sekret im Augenwinkel. Eine Untersuchung beim Arzt ist wichtig, es besteht Ansteckungsgefahr. Augen mit lauwarmem Wasser auswaschen. Wenn es sich um eine bakterielle Ursache handelt, antibiotische Augentropfen nehmen.
  • Keuchhusten: Schnupfen, starke Hustenanfälle und ein ziehendes Geräusch, vor allem nachts und Erbrechen. Unbedingt den Kinderarzt aufsuchen, es besteht Ansteckungsgefahr. Bei Säuglingen ist auch ein Atemstillstand möglich. Bei der bakteriellen Infektion ist eine Antibiotika-Therapie wichtig. Es gibt eine Gratis-Impfung, die aber nicht hundertprozentigen Schutz bietet.
  • Scharlach: Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Erbrechen und Bauchschmerzen. Die Zunge ist zuerst weiß, dann rot. Der ganze Körper, vor allem in der Leistengegend ist mit einem nicht juckenden Ausschlag versehen. Eine Abklärung durch den Kinderarzt ist wichtig, eine Antibiotika-Therapie nötig.
  • Windpocken: Treten meist zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr auf. Kleine rote Flecken am ganzen Körper werden zu juckenden Bläschen mit wässrigem Inhalt. Antihistaminika lindern den starken Juckreiz. Obernosterer rät, die Fingernägel kurz zu schneiden. Wenn alle Stellen verkrustet sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.
  • Masern: Sie sind hochinfektiös. Es muss unbedingt der Kinderarzt aufgesucht werden. Die Symptome: Anfangs Husten, Schnupfen und Fieber, das zuerst sinkt und dann wieder steigt – Komplikationen sind möglich. Ein Ausschlag hinter den Ohren und im Gesicht breitet sich rasch aus. Eine Kombi-Impfung mit Mumps und Röteln bietet Schutz.
  • Mumps: Vom Virus sind vor allem Kinder zwischen dem 4. und 10. Lebensjahr betroffen. Fieber, grippeähnliche Symptome oder Erbrechen und Bauchweh, schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen – Es sind auch Komplikationen möglich. Das Kind muss unbedingt zum Kinderarzt, Kombi-Schutzimpfung mit Masern und Röteln.
  • Röteln: Leichtes Fieber und Schnupfen, hellroter Ausschlag. Gefährlich während der Schwangerschaft, kann zu Fehlbildungen des Ungeborenen führen. Abklärung beim Arzt, Kombi-Impfung mit Masern und Mumps.