Kitzbühel-Turnier trotz Thiems Absenz mit interessantem Feld

Nach der Disqualifikation von Novak Djokovic und den auch dadurch erhöhten Chancen von Dominic Thiem bei den US Open startet der Hauptbewerb des Generali Open in Kitzbühel am Dienstag im Schatten des Grand-Slam-Tennisturniers. Thiem kann durch seinen Achtelfinaleinzug in New York seinen Vorjahres-Titel in der “Gamsstadt” nicht verteidigen, Nummer eins ist der Italiener Fabio Fognini.

Der 33-jährige Weltranglisten-Zwölfte hat wie die nächstgereihten Diego Schwartzman (ARG), Dusan Lajovic (SRB) und Nikolos Basilaschwili (GEO) ein Auftakt-Freilos, jeder der Vier greift frühestens am Mittwoch ins Geschehen ein. Deswegen wird der Japaner Kei Nishkori als “heimlicher” Star des Events, US-Open-Finalist 2014, wohl am Dienstag spielen. “Er spielt gegen den jungen Serben (Miomir, Anm.) Kekmanovic, ein unangenehmes Los auf Sand”, erklärte Turnierdirektor Alexander Antonitsch.

Trotz des zwangsläufigen Nichtantretens von Thiem gibt es zwei Fix-Antreten von Lokalmatadoren im Hauptfeld (ab 12.30 Uhr, live ServusTV), da Dennis Novak und Sebastian Ofner Wildcards erhielten. Der “Cut-off” lag bei Weltranglistenposition 70. “Novak spielt aller Voraussicht nach am Mittwoch”, kündigte Antonitsch an. Und zwar gegen einen Qualifikanten. Die über zwei Runden angesetzte Ausscheidung begann am Montag.

Der Steirer Ofner trifft auf den Moldauer Radu Albot. “Ein sehr, sehr schwerer Gegner”, urteilte Antonitsch. “Er (Albot, Anm.) ist sehr spät reingekommen. Man muss schauen, wie er zurecht kommt. Er war in den USA, Ofner war auf Sand. Vielleicht kann er diesen Vorteil für sich nutzen.” Am Montag hatten vier weitere Österreicher in der Qualifikation ihre Chance auf den Hauptbewerb gesucht, u.a. Jurij Rodionov. Vorerst unterlag Alexander Erler in Runde eins Egor Gerasimow (BLR) 6:7(2),3:6.

Antonitsch war mit dem Ausgang der am späten Montagvormittag vorgenommenen Auslosung zufrieden. “Wir haben ein paar sehr interessante Erstrundenpartien”, meinte der Kärntner. Ins Auge springt vor allem die Partie Yannick Sinner gegen Philipp Kohlschreiber, beide waren im US-Open-Einsatz. Kohlschreiber ist Turniersieger 2015 und 2017. “Der Youngster gegen den Routinier – sehr, sehr spannende Partie”, schätzte Antonitsch die Ausgangslage ein.

Generell getraute sich der 54-Jährige keinen Favoriten für das ATP250-Turnier zu nennen. “Das Feld ist so dicht.” Fognini habe es in der zweiten Runde womöglich mit dem aufstrebenden Finnen Emil Ruusuvuori zu tun. Der Spanier Feliciano Lopez sei auch oben im Raster, genauso wie der Argentinier Guido Pella. Antonitsch: “Da kann fast jeder jeden schlagen.” Unten ist Schwartzman als Nummer zwei der führende Spieler. “Er ist auf Sand groß geworden”, schätzte Antonitsch den Argentinier hoch ein.

Interessant in der Ausgangslage ist auch die Partie des 2017-Finalisten Joao Sousa gegen den als Nummer fünf gesetzten Polen Hubert Hurkacz, Weltranglisten-33.

Mit Novak, Schwartzman, Basilaschwili, Sousa, Pella, Lopez, Kecmanovic, Albot, Kohlschreiber, Sinner und Ruusuvuori, dem Australier Jordan Thompson und dem Japaner Yoshihito Nishioka haben außer Qualifikanten etliche Spieler nach einem frühen US-Open-Out den Weg nach Kitzbühel gefunden. Es geht bei diesem Sand-Turnier nicht nur um die Nachfolge von Thiem, sondern auch um ein Preisgeld von 24.880 Euro sowie 250 ATP-Punkte. Das Turnier war wegen Corona von Ende Juli verlegt worden.

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