Klänge aus dem stillen Brucknerhaus

Lockdown: Online-Format „Brucknerz'haus“ liefert die Musik ins Wohnzimmer

FB
Youtube Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Es war schließlich wieder einmal soweit: Anfang November kam der zweite Lockdown und auch dieser traf bekanntlich das Kunst- und Kulturleben in Österreich hart. Seitdem steht in den Theater- und Konzerthäusern des Landes alles still.

Das Brucknerhaus – als hätte es diese gesundheitliche Notwendigkeit irgendwie geahnt – macht aus der Not nun eine Tugend und veröffentlichte ein neues Online-Format, das die Wartezeit auf neue Live-Konzerte im Konzerthaus an der Donau überbrücken soll.

Zwischen Mai und Juli lud nämlich das Brucknerhaus verschiedenste Künstler ein, um vor leeren Publikumsrängen zu musizieren.

Sechs Folgen liefern Musik ins Wohnzimmer

Daraus entstanden sechs Folgen, die jeweils mit einer Mischung aus Konzert-Aufnahmen und Gesprächen das Schaffen des Künstlers in den Vordergrund rücken. Gerade der Situation rund um Corona wurde in den Fragen an die Kunstschaffenden Rechnung getragen.

Zwischendurch die fast gespenstisch anmutenden Konzertaufnahmen im leeren, stillen Brucknerhaus. Diese Musik hätte Live-Publikum verdient, in diesen schweren Zeiten nimmt man aber, was man kriegen kann und so beschert man uns im tristen November eine spannende Alternative.

Folge eins widmet sich dem Schaffen des beliebten Martin Gasselsberger Trios (mg3). Das Spektrum reicht von schwebenden Instrumentalstücken bis hin zu souljazzigen Improvisationen. Gerade in letzteres verliert man sich in dem Beitrag immer wieder gerne. Sehr zu empfehlen. In Folge zwei rückt man den Fokus auf das Ensemble Castor, das mit besonderer Ausdrucksstärke und gestalterischen Differenzierungen alte Musik zu neuem Leben erweckt.

Martin Riccabona, mehrfacher Wettbewerbspreisträger und Orgelkustos des Brucknerhauses Linz, ist Folge drei von „Brucknerz’haus“ gewidmet. Trotz seinen erst 27 Jahren hat er sich bereits als Orgelvirtuose einen Namen gemacht – und das hört und spürt man im Beitrag. Flott dahin geht’s schließlich in Folge vier: Die Bad Ischler Geigerin Sabine Nova und der Linzer Pianist Rainer Nova tragen mit ihrem Kammermusik-Ensemble CrossNova unkonventionelle Spielformen und eigene, neu-arrangierte Klangwege in die heimischen Quarantäne-Wohnzimmer.

Folge fünf steht dann ganz im Zeichen von Studierenden der Anton Bruckner Privatuniversität: Exklusive Kostproben ihres Könnens gewähren einen Blick hinter die Kulissen ihrer „Corona-Zeit“.

Feuerwerk-Finale mit Christoph Sietzen

Der Schlagwerker Christoph Sietzen wird als Ausnahmetalent gefeiert und bildet mit seinem Können schließlich den Abschluss der sechsteiligen Reihe. Unterstützt von Maurice Steger (Blockflöte) und Maximilian Hornung (Violoncello) liefert er frei Haus ein Feuerwerk an klanglicher Vielfalt und virtuoser Schlagtechnik.

Alles in allem ein spannender Querschnitt heimischer Musikkultur, das gehört gehört. Umso mehr in schweren Zeiten, und auch wenn’s nur im Wohnzimmer ist …hu

Alle Videos online unter: brucknerhaus.at

Wie ist Ihre Meinung?