Klage gegen Identitären-Chef fix

Mutmaßlicher Täter von Wullowitz sieht sich medial vorverurteilt

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Von Heinz Wernitznig

LINZ/WIEN —Der öffentliche Auftritt von Identitären-Chef Martin Sellner am Marktplatz in Leopoldschlag nach der Bluttat im Grenzort Wullowitz (Bezirk Freistadt) mit zwei Toten hat jetzt ein juristisches Nachspiel. Der tatverdächtige 33-jährige afghanische Asylwerber hat seinem Anwalt Wolfgang Blaschitz grünes Licht für eine Klage gegeben. „Der Identitären-Chef hat meinen Mandanten als Mörder medial vorverurteilt. Seine Aussagen sind auf YouTube und anderen sozialen Medien verbreitet“, erläutert der Wiener Rechtsanwalt im Gespräch mit dem VOLKSBLATT. Der Streitwert werde im fünfstelligen Euro-Bereich liegen. Blaschitz, der den in Untersuchungshaft befindlichen Afghanen gemeinsam mit Astrid Wagner verteidigt, will die Klage binnen 14 Tagen beim Landesgericht Linz einbringen.

Bei seinem Besuch in der Justizanstalt Linz am Dienstag habe er den Eindruck gewonnen, dass der 33-Jährige „noch immer nicht zu 100 Prozent realisiert hat, was er am 14. Oktober in Wullowitz angerichtet hat“, betont der Anwalt. Ob er zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war, wird Adelheid Kastner in einem psychiatrischen Gutachten klären.

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