Klagenfurt nach 1:0 in Bundesliga, St. Pölten muss absteigen

Austria Klagenfurt hat den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Der Tabellendritte der 2. Liga gewann am Samstag das Relegations-Rückspiel bei Oberhaus-Schlusslicht St. Pölten dank eines Treffers von Markus Pink (86.) mit 1:0 und behielt nach dem Hinspiel-4:0 klar die Oberhand. Die Austria ist elf Jahre nach dem Klagenfurter Vorgängerverein SK Austria Kärnten wieder erstklassig. Für die Niederösterreicher geht es nach fünf Jahren der Erstklassigkeit hinunter.

Ob mit Kurzzeit-Coach Gerald Baumgartner, der die Mission Klassenerhalt nicht positiv abschließen konnte, und Sportdirektor Georg Zellhofer, der zuvor als eingesprungener Interimscoach auch kein Erfolg gehabt hatte, steht noch in den Sternen. Bei St. Pölten war zwar eine Steigerung gegenüber der ersten Partie erkennbar, insgesamt war es aber viel zu wenig, um das Duell eventuell noch zu drehen. Die Klagenfurter verteidigten geschickt, man hatte nie das Gefühl, dass sie den Vorsprung noch verspielen könnten.

Damit sind 2021/22 mit Austria Klagenfurt und dem WAC erstmals seit 1984/85 (Austria Klagenfurt, SV Spittal/Drau) wieder zwei Clubs aus Kärnten in der höchsten Spielklasse vertreten. Darüber freut sich vor allem auch das Präsidium des Vereins, das seit November 2020 Steuerberater Herbert Matschek als Präsident anführt. Ihm zur Seite steht Medien-Manager Zeljko Karajica als Vizepräsident. Aus finanzieller Sicht eine entscheidende Rolle spielt der Hamburger Unternehmer (Projekt- und Immobilienentwickler) Tomislav Karajica.

Aus sportlicher Sicht geht ein wesentlicher Teil des Erfolges auf die Kappe von Peter Pacult. Der Trainer-Routinier war im Winter als Nachfolger von Robert Micheu geholt worden, um den Aufstieg doch noch zu realisieren, was am Ende über Rang drei in der Tabelle samt folgender Relegation tatsächlich gelang. Das auch dank zehn Siegen in den jüngsten elf Spielen. Pacult machte damit ziemlich genau ein Jahrzehnt nach seinem Abgang von Rapid seine Rückkehr in die Bundesliga perfekt. Als Dank gab es von seinen Kickern, die im Gegensatz zum knapp verpassten Aufstieg 2020 diesmal am Ende jubeln durften, eine Bierdusche.

„Ich habe schon das Gefühl, dass die Jungs noch einmal zeigen wollen, dass sie zuletzt immer unter Wert geschlagen wurden“, hatte SKN-Trainer Gerald Baumgartner vor der Partie angekündigt. Auf dem Platz waren seine Schützlinge zwar engagierter und bemühter als noch am Mittwoch im Wörthersee Stadion, fanden allerdings fast überhaupt keine Mittel, um die Defensive der Gäste vor richtige Probleme zu stellen. Auf der anderen Seite wären die Klagenfurter beinahe in Führung gegangen. Glücklich an den Ball gekommen, verfehlte Stürmer Pink das Tor nur knapp (15.).

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Erst kurz vor dem Pausenpfiff waren die klar spielbestimmenden Hausherren zumindest im Ansatz gefährlich. Bei einem Ljubicic-Kopfball passte das Timing nicht (43.), ein Hugi-Schuss wurde zur Ecke abgelenkt (45.+1). Auch nach diesem Corner ließ der Abschluss zu wünschen übrig. Das machte auch der Blick auf die Statistik deutlich: Bei einem Plus von 5:1-Schüssen für St. Pölten, stand es bei den Schüssen auf das Tor wie im Match 0:0.

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie an Fahrt auf. Die Gastgeber waren gezwungen, alles zu riskieren, und präsentierten sich dabei besser als zuvor. Der Ball wollte allerdings auch einfach nicht ins Tor. Kofi Schulz scheiterte nach Booth-Ecke und Muhamedbegovic-Kopfball-Verlängerung an der Latte (54.). Muhamedbegovic schoss aus bester Position aus 14 Metern daneben (73.). Klagenfurt begnügte sich mit dem Verwalten des Hinspiel-Vorsprungs, gewann aber trotzdem, da Pink in der 86. Minute alles klarmachte. Zwei Minuten später streckte Robert Ljubicic noch Pink von hinten nieder und wurde zurecht ausgeschlossen. Er wird damit auch seinem neuen Club Rapid zu Saisonbeginn gesperrt fehlen.

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