„Kleine Nationalbibliothek“ ist 20

Oö. Landesbibliothek feiert mit Tag der offenen Tür und Festakt

Renate Plöchl, Direktorin der Oö. Landesbibliothek, und Landeshauptmann Thomas Stelzer im barocken Lesesaal
Renate Plöchl, Direktorin der Oö. Landesbibliothek, und Landeshauptmann Thomas Stelzer im barocken Lesesaal © Land OÖ/Denise Stinglmayr

Grund zum Feiern gibt es in der Oberösterreichischen Landesbibliothek: Seit zwanzig Jahren gibt es die Landesinstitution nun, seit zehn Jahren erstrahlt sie samt Neubau in frischem, hochmodernem Glanz. Am 23. November wird deshalb ein Tag der offenen Tür veranstaltet und ein Fest gefeiert. „Und das wollen wir natürlich mit dem Publikum, mit den Lesern tun“, sagt Direktorin Renate Plöchl.

An diesem Tag werden Einblicke gewährt, die sonst nicht möglich sind: in die Schatzkammer des Hauses, in dem das älteste Fragment des Hauses aus 900 n. Christi gehütet wird, in die drei Geschosse tief in die Erde reichenden Magazine, in die Digitalisierungswerkstatt des Hauses. Besondere Handschriften werden gezeigt, Lesungen finden statt und über elektronische Angebote wird informiert.

Bedarf sorgt für erweiterte Öffnungszeiten

„630.000 Medien, pro Tag 400 Besucher und 130.000 im Jahr (Anm., Stand 2017). Das sind Zahlen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss“, freut sich Landeshauptmann Thomas Stelzer. Die hochmoderne Bildungseinrichtung sei ein wesentlicher Bestandteil des Kulturlandes Oberösterreich. Dass das Angebot so gut angenommen wird, sorgt dafür, dass man sich jetzt dazu entschlossen hat, die Öffnungszeiten zu erweitern. Ab Februar 2020 kann man die Landesbibliothek wochentags bis 19 Uhr besuchen, an Samstagen ist sie bis 16 Uhr geöffnet.

Die verlängerten Abende würden gerade Studierenden neue Möglichkeiten bieten, am Samstag schielt Plöchl mit den längeren Öffnungszeiten vor allem auf Familien. Immerhin verfügt die Landesbibliothek auch über eine eigene kleine Kinder- und Jugendbibliothek, gespickt mit jeder Menge von Fachleuten ausgewählter Literatur. Die Landesbibliothek hat für alle etwas, dazu gehören auch Reiseführer, Garten- oder Kochbücher. „Wir sind eine Universalbibliothek mit Beständen aus allen Bereichen“, sagt Plöchl.

Modernstes Bibliothekssystem

Vor allem sei man aber auch die „kleine Nationalbibliothek“, die — und das schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts — alles sammelt und zur Verfügung hält, was in Oberösterreich erscheint. Plöchl: „Ein Riesenschatz für Oberösterreich.“Und damit eine wichtige Forschungsquelle für wissenschaftliche Arbeiten. Apropos Arbeiten: Das wird seit Kurzem mit einem neuen, cloudbasierten Bibliothekssytem, dem derzeit modernsten seiner Art, erleichtert, an dessen Möglichkeiten die Nutzer nach und nach herangeführt werden sollen. Schon vor einiger Zeit wurde eine neue Suchoberfläche eingeführt. Das neue cloudbasierte System sorge nun nicht nur für eine gute Vernetzung mit allen österreichischen wissenschaftlichen Bibliotheken — mit denen man dem Bibliothekenverbund angehört —, sondern biete auch mehr und verbesserte Funktionen für die Nutzer, was etwa Vormerk- oder Zitierlisten anbelangt und größere Datensicherheit, so Plöchl. Auch die Landesinstitute seien in dieses neue System eingebunden.

Zwei Drittel der Besucher der Landesbibliothek sind übrigens Studierende und Schüler. Letztere (3000 im Jahr) führt man im Haus mittels Workshops auch an wissenschaftliches Arbeiten heran.

Den Feiertag am 23. November beschließt ab 19 Uhr ein abendlicher Festakt mit LH Thomas Stelzer, musikalisch begleitet vom preisgekrönten jungen Chor coro siamo. Achtung: Für manche Programmpunkte des Tages der offenen Tür gibt es limitierte Zählkarten.

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