Klima: Madrid wird zu Marrakesch

Forscher: Acht von zehn großen Städten mit drastischen Veränderungen

Aerial drone photo - City of Denver Colorado at sunset
Aerial drone photo - City of Denver Colorado at sunset © nich - stock.adobe.com

ZÜRICH/WIEN — 2050 könnten in London Temperaturen herrschen wie derzeit in Barcelona. Wien könnte hitzemäßig zu Skopje (Nordmazedonien) werden. Das geht aus Berechnungen eines Teams um den aus Großbritannien stammenden Umweltwissenschafter Tom Crowther hervor.

Wie auch der britische „Guardian“ berichtet, würden den Berechnungen zufolge etwa 80 Prozent der großen Städte weltweit von drastischen Veränderungen infolge der Klimaerwärmung betroffen sein. Die Wissenschafter legten ihren Analysen eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur bis 2050 um zwei Grad Celsius zugrunde. Crowther war „völlig überrascht“ über die Ergebnisse der Modellrechnung. Etwa ein Fünftel der Städte weltweit – etwa Jakarta, Singapur oder Kuala Lumpur – würden in einigen Jahrzehnten wohl Durchschnittstemperaturen aufweisen, wie es derzeit in keiner großen Metropole weltweit der Fall sind.

Beispiele: In Madrid dürfte es 2050 Temperaturen wie derzeit in Marrakesch oder Fez geben (Höchsttemperatur im heißesten Monat um 6,4 Grad Celsius erhöht, im Jahresschnitt um 2,1 Grad). Stockholm (plus 5,9 bzw. plus drei Grad) könnte Werte aufweisen wie derzeit Budapest.

Auch Wien betroffen

Wien würde sich ebenfalls unter den am meisten betroffenen Städten befinden: Crowther und sein Team gehen von einer Erhöhung der durchschnittlichen Jahrestemperatur um 2,3 Grad aus. Gleichzeitig wäre Wien mit einem Anstieg der im heißesten Monat des Jahres registrierten Höchsttemperatur von plus 7,6 Grad in Europa mit an der Spitze der betroffenen Metropolen. „Wir sind überhaupt nicht vorbereitet. Die Planung für den Klimawandel sollte bereits gestern begonnen haben. Je früher das erfolgt, umso geringer werden die Konsequenzen sein“, so der Forscher.

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