Meinung

von Manfred Maurer

Klimaextreme

„Donald Trump gegen Greta Thunberg — das nenn’ i Brutalität“, hätte Helmut Qualtinger nach der gestrigen Auftritten der beiden in Davos wohl gesagt. Der US-Präsident und das schwedische Mädchen symbolisieren das, was uns auch der Klimawandel verspricht: Extreme.

Hier der radikale Leugner des menschengemachten Klimawandels, dort die radikale Leugnerin des Zwanges zum klimapolitischen Realismus. Würde Thunbergs Ruf nach einem sofortigen Ausstieg aus fossiler Energie umgesetzt, geriete die Weltwirtschaft aus den Fugen. Täten Staatenlenker und Konzernbosse weiter so, wie Trump es gerne hätte, läge die Weltwirtschaft aber auch eher früher als später am Boden.

Die extremen Ansätze helfen uns nicht weiter. Ihre Protagonisten verfügen zwar über eingeschworene Fangemeinden, die jedoch nur als Verstärker in den jeweiligen Echokammern wirken. Im erbitterten Krieg der Worte ist nach der Wahrheit meist die Vernunft das zweite Opfer. Verbale Abrüstung wäre daher Fräulein Thunberg ebenso anzuraten wie Herrn Trump.

„Im erbitterten Krieg der Worte ist nach der Wahrheit meist die Vernunft das zweite Opfer.“

Darauf zu hoffen ist freilich unrealistisch. Beide sind gefangen in ihrem Radikalismus. Aber vielleicht beschert ja ab morgen Sebastian Kurz den in Davos Verbliebenen ein Cool Down mit einer Erzählung von den zwei Welten und der Synthese des jeweils Besten daraus.

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