Klimaschutz: Forscher für „grünen“ Aufschwung nach Corona-Krise

Konjunkturprogramme zur Ankurbelung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie müssen nach Meinung von Klimaforschern Anreize für Umweltschutz schaffen.

Die Weltwetterorganisation (WMO), die den Klimawandel dokumentiert, legte am Mittwoch zum 50. Tag der Erde ihren Bericht über das globale Klima 2015 bis 2019 vor. Seit den 80er-Jahren sei jedes Jahrzehnt wärmer gewesen als das vorhergehende.

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Die globale Durchschnittstemperatur lag nach diesen Angaben in der Periode 2015-2019 um 1,1 Grad höher als zu Beginn des Industriezeitalters, und um 0,2 Grad höher als in der Fünfjahresperiode 2011-2015. Die UN-Organisation mit Sitz in Genf hatte bereits im September einen Zwischenbericht veröffentlicht. Demnach waren die Jahre 2015 bis 2019 die heißeste Fünfjahresphase seit Beginn des Industriezeitalters im 18. Jahrhundert.

Neben den Temperaturen sind auch Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre, Meerestemperaturen und -versauerung sowie Gletscher- und Meeresspiegelentwicklung Indikatoren für den Klimawandel. „Alle zeigen eine Beschleunigung des Klimawandels in den vergangenen fünf Jahren“, so die WMO. In der nächsten Fünfjahresphase sei nach den Klimamodellen mit weiteren Rekordwerten zu rechnen.

Durch die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2, die weite Wirtschaftsbereiche lahmgelegt haben, gehe der Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen wohl vorübergehend zurück, so die WMO. Aber das sei kein Ersatz für mehr Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels.

„Auf frühere Wirtschaftskrisen folgten oft Erholungsphasen, in denen die (klimaschädlichen) Emissionen stärker anstiegen als vor der Krise“, teilte die WMO in Genf mit. Das müsse vermieden werden. Der Tag der Erde (22. April) ist ein weltweiter Aktionstag für mehr Umweltschutz und nachhaltiges Konsumverhalten.

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