Klimawandel kein Schreckgespenst

Oberösterreichs Tourismuswirtschaft fühlt sich für die Herausforderungen gut gerüstet

Mit dem Beginn der neuen Weltcup-Saison am kommenden Wochenende beginnt auch bei Hobbysportlern, Gastronomen und Seilbahnbetreibern wieder das große Kribbeln: was wird der kommende Winter bringen?
Mit dem Beginn der neuen Weltcup-Saison am kommenden Wochenende beginnt auch bei Hobbysportlern, Gastronomen und Seilbahnbetreibern wieder das große Kribbeln: was wird der kommende Winter bringen? © ARGE Dachstein-West

Wenn am kommenden Wochenende der Ski-Weltcup im Tiroler Ötztal wieder Fahrt aufnimmt, beginnt auch bei Hobbysportlern, Gastronomen und Seilbahnbetreibern das Kribbeln: Was wird der kommende Winter bringen?

Klimaforscher und Tourismus-Strategen richten ihre Blicke aber weiter nach vorne: Was werden angesichts des Klimawandels die Winter ganz generell noch bringen?

Wärmer und feuchter

Die aktuellen Klimaprognosen bis 2050 sagen für OÖ im Winter einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen um 1,4 bis 1,5 Grad voraus, ein Absinken der Zahl der Eistage (24 Stunden unterhalb von 0 Grad) von 36 auf 25, begleitet aber von einem Zuwachs der Niederschlagsmenge um 12 bis 15 Prozent. Grundsätzlich gehen Meteorologen davon aus, dass der Klimawandel die Höhenbedigungen für eine gesicherte natürliche Schneedecke weiter nach oben treiben wird. Aber: Oberösterreichs Winterwetter kommt mit sehr kalten Luftmassen zumeist aus dem Nord- und Ostseeraum, was die Skigebiete gegenüber der Konkurrenz im Westen und Süden klimatechnisch begünstigt.

„Nehmen das sehr ernst“

Tourismus-Landesrat Markus Achleitner ist sich der Herausforderung Klimawandel bewusst, beschwichtigt im VOLKSBLATT-Gespräch aber: „Wir nehmen die Entwicklung und ihre Auswirkungen sehr ernst. Veränderungen führen immer wieder dazu, dass sich der Tourismus weiterentwickelt.“ Mit Wellness, Gesundheit, Geschäftsreisenden, Kongressen und Tagungen habe OÖ, so Achleitner, „eine relativ wetter- und klima-unabhängige ganzjährige Grundauslastung“, dazu käme eine mit der Erderwärmung absehbare Saisonverlängerung bei Outdoor-Aktivitäten sowie das gegenüber dem aufgeheizten Mittelmeerraum deutlich gemäßigtere Sommerklima mit Bergen, Wäldern und Seen.

Winter ist breit gefächert

Im Winterprogramm habe der OÖ Tourismus den Klimawandel und seine Auswirkungen bereits eingearbeitet, unterstreicht Landesrat Achleitner: „Unser Angebot ist flexibler und ausgerichtet auf ein vielfältiges Bergerlebnis aus Skifahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern, Gesundheit und Kultur.“ Im Kern sehe die Tourismus-Strategie bereits „eine verstärkte Profilierung und fokussierte Ausrichtung des Wintersportangebots“ vor — unter anderem durch „Aufzeigen und Entwicklung alternativer Wintererlebnisprodukte“, so Achleitner.

Dazu, inwieweit die Klima-Fitness des Tourismus auch mit einer Neuausrichtung der Förderprogramme unterstützt werden muss, wollte sich der ÖVP-Politiker im VOLKSBLATT-Gespräch vorerst noch nicht äußern.

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