Klubobfrau Kirchmayr: „Bewundere alle Papas und Mamas“

OÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr über die Veränderungen durch das Coronavirus

Der Arbeitsplatz von OÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr ist coronabedingt nach Hause verlegt. „Wir erleben eine unglaublich intensive Zeit und sind per Telefon, E-Mails und Videokonferenzen vernetzt“, resümiert sie die ersten Wochen.
Der Arbeitsplatz von OÖVP-Klubobfrau Helena Kirchmayr ist coronabedingt nach Hause verlegt. „Wir erleben eine unglaublich intensive Zeit und sind per Telefon, E-Mails und Videokonferenzen vernetzt“, resümiert sie die ersten Wochen. © OÖVP-Klub

VOLKSBLATT: Am Donnerstag tritt erstmals in der Corona-Krise der Landtag zu einer Sitzung zusammen. Sind sie schon angespannt?

KIRCHMAYR: Ja, aber das bin ich vor jeder Sitzung. Es ist uns wichtig, dass wir zusammentreten, da Beschlüsse für die Bevölkerung, für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Familien in unserem Land zu treffen sind. Was den Ablauf der Sitzung betrifft, so wurden alle Vorkehrungen für eine sichere Sitzung getroffen.

OÖVP-Abgeordnete Regina Aspalter ist am Coronavirus erkrankt. Wie geht es ihr?

Regina Aspalter ist vollständig genesen, es geht ihr wieder gut, worüber ich sehr froh bin.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird die Zahl der Abgeordneten für die Plenarsitzung nicht reduziert. Gab es diesbezüglich Konsens aller Parteien?

Ja! Wir befinden uns im ständigen Kontakt über Videokonferenzen, sowohl mit den Klubobleuten als auch mit den Regierungsmitgliedern. Die Abstimmung funktioniert sehr gut, transparent und im Konsens. Es ist allen bewusst, dass diese Krise nur gemeinsam zu meistern ist.

Und wird es auch Konsens über die zu beschließenden Maßnahmen geben?

Ich hoffe es! Unser Landeshauptmann Thomas Stelzer bindet alle ein, es gibt regelmäßig Abstimmungen und Austausch untereinander. Unsere Beschlüsse sind im Sinne und zum Wohl der Menschen in Oberösterreich. Die Krise wird uns noch lange begleiten, daher halte ich es für wichtig Schritt für Schritt wohlüberlegte Maßnahmen umzusetzen. Dank der konsequenten Null-Schulden-Politik können wir finanzielle Spielräume nutzen und haben zusätzlich zu den Maßnahmen des Bundes in einem ersten Schritt ein Paket über 580 Millionen Euro geschnürt, um Arbeitsplätze und Betriebe in unserem Land zu sichern. Es muss uns in der jetzigen Situation klar sein, dass jeder seinen Beitrag zur Bewältigung der Krise und der Absicherung von Existenzen unserer Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher leisten muss.

Wie sehr hat das Coronavirus Ihren politischen Arbeits-Alltag verändert?

Es ist eine große Veränderung, wie für viele andere auch. Die Sprechstunden oder Veranstaltungsbesuche mussten wir auf digitale Kommunikation umstellen. Das Handy läutet mittlerweile Tag und Nacht, weil es viele Fragen gibt, die zu klären sind. Auch in der Vorbereitung von Ausschüssen und Sitzungen gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen, vieles läuft digital. Ich finde zwar, dass sich manches an digitaler Kommunikation bewährt, freue mich aber, die Menschen wieder persönlich zu treffen. Ich versuche natürlich, vieles von zuhause aus zu erledigen. Da kann es schon mal passieren, dass meine Tochter sich ins Bild schleicht oder den einen oder anderen Schabernack treibt. Aber so ist das nun mal, wenn man Kinder hat.

Und wie kommen Sie privat, vor allem auch als Mutter, mit den diversen Beschränkungen zurecht?

Ich bewundere alle Mamas und Papas! Gerade mit schulpflichtigen Kindern ist die aktuelle Situation eine enorme Herausforderung. Bei uns fehlt leider der Kontakt zur Oma, das erschwert die Situation, aber wir versuchen sie so gut es geht zu meistern.

Politik lebt vom unmittelbaren Kontakt mit den Menschen, das geht nun nicht. Muss sich die Politik neu erfinden?

Ja, zumindest vorerst. Das ändert für uns aber nichts in unserer Aufgabe, für die Menschen und ihre Anliegen dazusein. Wir versuchen weiterhin so gut es geht zu helfen und zu informieren, im Moment halt über Telefon und E-Mail.

Sind Sie überrascht, wie diszipliniert die Bevölkerung die verordneten Maßnahmen mitträgt?

Nein. Verantwortungsbewusstsein und vor allem Fürsorge für Mitmenschen sind in unserem Land tief verwurzelte Eigenschaften.

Was wünschen Sie sich für die Zeit der neuen Normalität?

Ich wünsche mir vor allem, dass wir weiter so aufmerksam miteinander umgehen und dass Werte wie Familie, Gemeinschaft und Solidarität auch in der Zeit danach weiter großgeschrieben werden.

Mit OÖVP-Klubobfrau HELENA KIRCHMAYR telefonierte Markus Ebert

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