Klubobmann Dörfler: „Offenes Ohr für die Anliegen“

Es geht um „Arbeiten für OÖ“, sagt der neue OÖVP-Klubobmann Dörfel

OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel
OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel © OÖVP-Klub

Der 59-jährige Christian Dörfel ist, wie berichtet, neuer Klubobmann der OÖVP-Fraktion im oberösterreichischen Landtag. Für ihn ist der Landtagsklub „der Maschinenraum der OÖVP“, als „erster Maschinist“ wolle er LH Thomas Stelzer unterstützen.

Dörfel ist seit 1985 in der Kommunalpolitik engagiert, er ist Bürgermeister von Steinbach an der Steyr, ÖVP-Bezirksparteiobmann von Kirchdorf und seit 2009 Landtagsabgeordneter. Beruflich war der zweifache Vater als Jurist im Verfassungsdienst des Landes OÖ tätig.

VOLKSBLATT: Sie vergleichen die Funktion des Klubobmannes mit jener eines Maschinisten im Dienst der OÖVP. Wie wird das politisch sichtbar?

DÖRFEL: Wir haben mit Landeshauptmann Thomas Stelzer einen vorzüglichen Kapitän, der nicht nur das Schiff der OÖVP, sondern vor allem das Land Oberösterreich mit Weitsicht und Zielgenauigkeit steuert. Wir Abgeordnete heizen den Kessel, damit der Kurs gehalten werden kann.

Warum ist die Wahl als Nachfolger von Helena Kirchmayr auf Sie gefallen?

Das müssten Sie den Herrn Landeshauptmann und die Abgeordneten fragen. Meine Erfahrung als Abgeordneter war dabei sicher kein Nachteil. Ich freue jedenfalls sehr, meinen Beitrag leisten zu können und erfülle die Funktion mit sehr viel Freude.

Sind Sie eigentlich ein Schwarzer oder ein Türkiser?

Bei mir im Bezirk würde man sagen: So schwarz wie das Wasser der Steyr in einer mondlosen Nacht.

Ist im heurigen Jahr an herkömmliche Landtagsarbeit noch zu denken oder wird vom Wahlkampf schon jetzt alles zugedeckt?

Wir befinden uns in der größten Wirtschafts- und Gesundheitskrise seit Jahrzehnten, von „herkömmlich“ kann man daher sowieso kaum sprechen. Die Bewältigung erfordert ein unglaubliches Maß an Anstrengung, die Krise kann meiner Meinung nach nur gemeinsam bewältigt werden. Die einen haben das mehr verstanden, die anderen weniger. Unser Credo ist aber klar: Wir arbeiten für Oberösterreich und werden uns über einen Wahlkampf dann Gedanken machen, wenn es soweit ist.

Was ist das Faszinierende an der Arbeit eines Abgeordneten?

Am meisten begeistert mich, wie Dinge, die am Stammtisch, in der Gemeinde oder in Interessenvertretungen besprochen werden, dann im Endeffekt den Weg zu uns in den Landtag finden. Das ist auch die große Stärke der OÖVP: Das offene Ohr für Anliegen und die Fähigkeit, die richtigen Ableitungen daraus zu ziehen.

Sie sind auch Bürgermeister. Wie sehr schränkt Corona die politische Kommunikation ein?

Wir leben in einer digitalisierten Welt und haben schnell gelernt, die Technik auch für uns zu nutzen. Fast täglich gibt es Vereinsversammlungen und Besprechungen über Videokonferenzen. Teilweise tauschen wir uns dabei sogar mit mehr Menschen aus als zuvor. Als geselliger Mensch freue ich mich trotzdem sehr auf den Zeitpunkt, wenn wir uns wieder treffen können.

Die FPÖ betreibt bundespolitisch eine fragwürdige Corona-Strategie. Wie sehr belastet das die Zusammenarbeit mit dem FPÖ-Landtagsklub?

Wir beobachten die Eskapaden der Bundes-FPÖ natürlich mit einem großen Maß an Sorge. Man kann aber der FPÖ in Oberösterreich attestieren, dass sie sehr konstruktiv mit uns arbeitet und den Kampf gegen Corona ernst nimmt.

Wird der OÖVP-Klubobmann auch in der neuen Legislaturperiode Christian Dörfel heißen?

Diese Frage stellt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Die Agenda lautet „Arbeiten für Oberösterreich“, das werde ich bis zum letzten Zeitpunkt dieser Legislaturperiode tun. Was danach ist, wird die Zeit weisen.

Mit OÖVP-Klubobmann CHRISTIAN DÖRFEL sprach Markus Ebert

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