Knackiger Koreaner

Je kürzer das Auto, desto länger die Bezeichnung. Das trifft auch auf den Kia Picanto zu.

Abkürzungen gehören zur Autobranche dazu, wie das Lenkrad, die Airbags und die Räder. Doch was steht wofür, wenn etwa beim Kia Picanto folgende Angaben stehen? GT-Line. UVO. 1.0 T-GDI. GPF. MT5. 100. P3. SD. Wie war das im Mittelteil? GT-Line. UVO. 1.0 T-GDI. GPF. MT5. 100. P3. SD. Reicht nicht ganz einfach: Sehr gefälliger, flott gezeichneter, kantig gehaltener koreanischer Kleinwagen in Shiny Red und umfangreicher Ausstattung? Also: Nun nochmals ganz langsam zum Mitschreiben.

Typenschein

Kia Picanto GT-Line 1.0 T-GDI

Preis: ab € 17.990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 20.390,- unter anderem inklusive P3 – Technikpaket € 1500,- und Glasschiebe-/Hubdach € 500,-; einen Kia Picanto (1.0 DPI Neon) gibt es ab € 10.590,-
NoVA/Steuer: 1 %/ € 172,80 jährlich
Garantie: 7 Jahre bis max. 150.000 km, 5 Jahre bis max. 150.000 km Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle zwei Jahre

Technische Daten:
Motor: R3, 12V, Turbolader, Partikelfilter, 998 cm³, 73,6 kW/100 PS bei 4500 U/min, max. Drehmoment 172 Nm bei 1500-4000 U/min
Getriebe: Fünfgangschaltung.
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,1 s
Leistungsgewicht: 10,44 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 5,3 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,5 Liter
CO2-Ausstoß: 121 g/km
Euro 6d

Eckdaten:
L/B/H: 3595/1595/1485 mm
Radstand: 2400 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1044/1450 kg
Kofferraum: 255-1010 Liter
Tank: 35 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 195/45 R16 84V auf 16“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/TPMS
Airbags: 7

GT-Line: Klar, das ist die Ausstattungslinie, die zweibeste, die Kia für den Kleinwagen Picanto im Portfolio hat. Das inkludiert unter anderem Lenkradheizung, Lichtsensor, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, sieben Airbags, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten sowie Spurhalteassistent, Notbremssystem und Klimaanlage. Doch wofür stehen die anderen Kürzel?
Mit UVO ist nicht UFO mit Tippfehler gemeint. Vielmehr steht das Kürzel für „Your Voice“. Damit gewährt Kia via Schnittstelle Zugang zu Online-Diensten beziehungsweise der mobilen App.

1.0 T-GDI ist die Motorenbezeichnung: Turbo Gasoline Direct Injection. Der Kia Picanto beherbergt unter der Haube einen Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum.
GPF ist auch Englisch und bedeutet Gasoline Particle Filter. Das – und natürlich ein effizientes Motormanagement – bringt gute Werte mit sich: Euro 6d, 121 Gramm CO2-Ausstoß, 5,5 Liter Verbrauch im echten Leben und einer Maximalreichweite von mehr als 500 Kilometern. Beachtlich.

MT5 bezeichnet die Gangschaltung: Manual Transmission mit fünf Vorwärtsgängen. Knackig. Geschmeidig. Kurz geführt. Gelungen. Einen Rückwärtsgang gibt´s natürlich auch – und das Reversieren gelingt dank Rückfahrkamera ganz gut.

100 wiederum ist leicht zu erraten: So viele Pferde springen nach einer Gedenksekunde aus dem einen Liter Hubraum. Der Antritt des knapp eine Tonne schweren Koreaners über die Vorderräder ist also knackig. Bei höheren Geschwindigkeiten verlässt den Picanto der Mut, macht aber nichts: Aufgrund der lediglich 3,595 Meter Länge eignet sich der sparsame Picanto vor allem für die Stadt. Auf der Landstraße zeigt er sich bieder ohne positive oder negative Ausreißer.

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P3 kostet extra, das ist nämlich das 1500 Euro teure Technikpaket, das unter anderem das acht Zoll große Navigationssystem, Rückfahrkamera, Smartphone-Spiegelung sowie Telematik-Online-Dienste bereithält. Zahlt sich aus; auch wenn dadurch der 17.990 Euro teure Kia Picanto um knapp zehn Prozent teurer wird.

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Und letztendlich wartet der Picanto auch mit SD auf. Das steht für das 500 Euro teure elektrische Glasschiebe-/Hubdach. Das wertet den Koreaner noch einmal auf, ist aber natürlich kein Muss. Generell ist die Aufpreisliste kurz, weil eben – siehe GT-Line – die Basisausstattung des Zwerges schon so riesig ist. Dazu kommen die obligatorischen sieben Jahre Garantie, was in der Liga auch eine ziemliche Ansage ist.

Und sonst noch? ABS – Antiblockiersystem hat der Picanto auch, das Start-Stopp-System hört auf die Kurzbezeichnung ISG, USB-Anschlüsse gibt´s auch und vorne zudem jede Menge Platz. Hinten ist´s hingegen in bester Kleinwagenmanier kuschelig. Der Kofferraum ist mit 255 Litern in der Liga voluminös. Die Bedienung des Infotainments klappt in bester Kia-Manier auf dem acht Zoll großen Touchscreen intuitiv und verarbeitet ist der waschechte Koreaner sehr gut.

Fazit: Knackig, optisch gefällig, umfangreich ausgestattet und mit soliden Fahreigenschaften versehen: Den Kia Picanto kann man in der Kleinwagen-Liga in vielerlei Hinsicht als Maßstab heranziehen.

Text & Fotos: Oliver Koch

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