Knapp 300 bestätigte „Südafrika-Varianten“ in Tirol

Mindestens 293 per Ganz- oder Teilgenomsequenzierung bestätigte Proben mit der „südafrikanischen“ SARS-CoV-2-Variante (B.1.351) sind bisher in Tirol aufgetaucht, wie der Virologe Andreas Bergthaler am Montag der APA erklärte.

In anderen Bundesländern waren es nur neun. Die vom Land Tirol genannte Zahl von nur acht aktiven Mutationsfällen hält Bergthaler für unwahrscheinlich. Eine gesicherte Aussage sei aber schwierig. Auch AGES und Ministerium haben keinen genauen Überblick.

Die bisher gesichert dem Mutationscluster B.1.351 zugeordneten Proben wurden entweder vom Team um die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck, dem Team um Ulrich Elling vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW und Luisa Cochella vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) oder vom Team von Bergthaler und Christoph Bock vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sequenziert. Ein klares Bild zum Verlauf der Infektionen in Tirol lasse sich zur Zeit trotzdem nur schwer herauslesen.

„Man muss aber sehr wohl vermuten, dass man weiterhin kontinuierlich positive Fälle der Südafrika-Variante findet. Das ist kein abgeschlossenes Infektionsgeschehen. Was aber nicht klar ist, ist der Trend – ob es also mehr oder weniger wird“, sagte Bergthaler.

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Dass es nun aber – wie teils in Tirol argumentiert – nur acht gesichert nachgewiesene aktive Fälle mit der Variante gibt, sei dementsprechend unwahrscheinlich, weil man eben mit der Erbgut-Aufschlüsselung Tage bis Wochen hinterherhinke. Das liege in der Natur der Methodik, so Bergthaler, der seit einem Jahr das Erbgut des SARS-CoV-2-Virus analysiert.

Mittels gezielter PCR-Tests gebe es in Tirol momentan laut Bergthalers Informationsstand rund 200 Verdachtsfälle auf die Variante. Dass sich unter diesen Fällen viele bewahrheiten werden, liege auf der Hand.

Allein zwischen 1. und 4. Februar sind dem Vernehmen nach mehr als 70 potenzielle Fälle der südafrikanischen Virus-Variante in Tirol entdeckt worden, die nun mittels Genomsequenzierung bestätigt werden müssen. Bei all diesen Fällen handelt es sich um nach wie vor aktive Erkrankungen.

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Bei den neun weiteren bereits durch Sequenzierung bestätigten B.1.351-Proben aus anderen Bundesländern handelt es sich „in der Regel um Einzelfälle wie in Wien“, sagt Bergthaler. Hinter diesen könnten sogar noch weniger Infektionsfälle stecken, weil es zu Doppelbeprobungen gekommen sein dürfte, so der Forscher.

AGES und Gesundheitsministerium konnten auf APA-Anfrage am Montagvormittag vorerst keinen Überblick über die bestätigten Mutationsfälle bzw. die Verdachtsfälle liefern.

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