Knochenschrauben aus Lichtenberg ersparen OP-Komplikationen

„SharkScrew“ aus Knochen ersetzt Metallschrauben und -platten

Kleine Schrauben mit großer Wirkung: Die Shark Screws aus menschlichen Knochen können überall dort eingesetzt werden wo ihr Pendant aus Metall zum Einsatz kommt. Einziger Unterschied: Die Knochenschrauben müssen nicht mehr entfernt werden.
Kleine Schrauben mit großer Wirkung: Die Shark Screws aus menschlichen Knochen können überall dort eingesetzt werden wo ihr Pendant aus Metall zum Einsatz kommt. Einziger Unterschied: Die Knochenschrauben müssen nicht mehr entfernt werden. © surgebright

Von Verena Schöberl

Bei komplizierteren Knochenbrüchen kommen oft Metallschrauben zum Einsatz, um Knochenfragmente miteinander zu verbinden. Oft müssen diese in komplizierten Operationen eingesetzt und auch wieder entfernt werden.

Das muss nicht sein. Das Start-up surgebright aus Lichtenberg hat mit der „SharkScrew“ ein Knochentransplantat entwickelt, das Metallschrauben und Metallplatten ersetzt. Die Schrauben werden aus menschlichen Oberschenkelknochen gefertigt. Großer Vorteil: Sie müssen nicht mehr entfernt werden, Abstoßungsreaktionen werden erspart und Komplikationen verhindert. „Die Schrauben werden vom Körper wie ein eigener Knochen integriert und ersparen den Patienten die Metallentfernung und damit auch Komplikationen“, erklärt Geschäftsführer Lukas Pastl im Gespräch mit dem VOLKSBLATT, der gemeinsam mit seinem Vater und Firmengründer Klaus Pastl und seinem Bruder Thomas Pastl das Familienunternehmen mit 13 Mitarbeitern führt. In Österreich kommt das Knochenimplantat seit 2016 zum Einsatz. Seit dem wurden bis dato etwa 2000 Schrauben verwendet. „Wir leisten echte Pionierarbeit und sind weltweit die einzigen, die Schrauben aus Knochen herstellen“, so Pastl.

Zulassung in Deutschland soll folgen

Bisher ist die Knochenschraube nur in Österreich und der Schweiz zugelassen. An der Zulassung in Deutschland arbeitet das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren. Diese gestaltet sich nicht so einfach, weil die SharkScrew dort als Medikament eingestuft wird, schildert Pastl.

Resonanz der Ärzte sehr positiv

Die Resonanz derer, die die Knochenschraube nutzen, ist positiv. „Wir verwenden die SharkScrew, weil es eine innovative interessante Osteosynthese (operative Verbindung von Knochen, Anm.) aus humanen Knochen ist“, erklärt etwa Stefan Hofstätter, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Fußchirurgie, der als Oberarzt am Klinikum Wels Grieskirchen tätig ist. Die Knochenschraube kommt bei Hofstätter vor allem bei Hallux valgus Fehlstellung, Mittelfussversteifungen und Rückfussversteifung zum Einsatz.

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