„Köstlich und haarsträubend komisch“

Miguel Herz-Kestranek sorgt demnächst in der Bruckmühle in Pregarten für Lacher

Garant für einenunterhaltsamen Abend:Miguel Herz-Kestranek.
Garant für einenunterhaltsamen Abend:Miguel Herz-Kestranek. © Alexander Tuma

Als vielseitiger Künstler begegnet uns Miguel Herz-Kestranek (71) seit Jahrzehnten auf der Bühne, in Film und Fernsehen. Mit seinem Erfolgsprogramm „Lachertorten — mit Schlag!“ macht er am 30. Oktober (19.30 Uhr) Station in der Bruckmühle in Pregarten.

Herz-Kestranek über Schüttelreime, Herzensprojekte und sein geliebtes Salzkammergut.

VOLKSBLATT: Herr Herz-Kestranek, worauf dürfen sich die Besucher bei Ihrem Programm „Lachertorten – mit Schlag!“ in der Bruckmühle freuen?

MIGUEL HERZ-KESTRANEK: Auf Einblicke hinter die Kulissen mit köstlichen Theater- und Opernanekdoten; auf haarsträubend komische, aber leider wahre Schülerantworten, sogenannte Stilblüten — Stichwort Pisa-Test—, die besten Schüttelreime und auf jüdischen Humor aus meinen beiden letzten Büchern und vieles mehr.

Sie betreiben eine eigene Internetseite für Schüttelreime. Wie lange sammeln sie schon und wäre das nicht auch wieder einmal eine Idee für ein neues Buch?

Ich sammle ja nicht nur, sondern es sind auch viele von mir. Und das geht schon Jahrzehnte so. Zwei Schüttelreime-Bücher von mir sind nach etlichen Auflagen vergriffen, aber im neuen Buch „Lachertorten-mit Schlag! Das Beste aus 40 Jahren Lachprogrammen“, das vor paar Tagen erschienen ist, ist ein langes Kapitel mit Schüttelreimen.

Und gibt es einen Lieblingsschüttelreim?

Einen Lieblingsschüttelreim gibt es nicht, aber einige, die sich immer wieder aktuell als passend erweisen wie zum Beispiel dieser zum Thema Politik:
Gesprochene Verbrechen
Gebrochene Versprechen.

Sie beschäftigen sich auch viel mit Exilforschung, der Geschichte Ihrer Familie. Arbeiten Sie zu diesem Thema wieder an einer Publikation?

Derzeit nicht. Aber meine Erfahrungen aus der Exilforschung fließen in Artikel ein, die ich schreibe, oder in diverse Reden, zu denen ich eingeladen werde.

Sie sind ungeheuer vielseitig: Sie drehen Filme, spielen Theater, singen, schreiben Bücher, halten Vorträge, machen Kabarett… Was sind Ihre Herzensprojekte?

Die nächste Gedenkrede, die ich bei den Mauthausen-Gedenkfeiern 2020 halte.

Man hört, Sie drehen zurzeit sehr viel. Welche Produktionen entstehen da gerade?

In „Vorstadtweiber“ war ich als Leiche mit einigen Rückblenden zu sehen. „Schnell ermittelt“ habe ich im September abgedreht. Desgleichen die letzten vier Folgen einer Doku-Reihe über österreichische Industriegeschichte, die ich präsentiere. Zwei davon wurden am 19. Oktober gesendet. „Meiberger“, wo ich in einer Episode den Vater von Hauptdarsteller Fritz Karl spiele, ist angelaufen, und ein Kinofilm mit mir läuft gerade auf diversen Festivals.

Gibt es eine Rolle, die Sie noch unbedingt spielen möchten?

Meine Lieblingsrolle war der Tevje im Musical „Anatevka“, den würde ich gerne noch einmal singen und spielen. Vielleicht auch den Higgins in „My Fair Lady“, oder den „Mann von La Mancha“.

Sie leben im Salzkammergut. Was macht für Sie das Besondere an dieser Gegend und Ihren Menschen aus?

Das ist nur in Romanlänge zu beantworten. Das Salzkammergut ist Lebenslandschaft und Heimat. Ich habe einmal gesagt: Wien ist die Geliebte, die einem nicht gut tut, von der man aber nicht los kommt — St. Gilgen ist die Mutter, zu der man aus der ganzen Welt immer heim kommen kann.

Beteiligen Sie sich auch wieder künstlerisch am dortigen Advent?

Die großen literarischen Konzerte mit Musikgruppen aus etlichen europäischen Ländern mache ich schon etliche Jahre nicht mehr, aber mit meinem heiteren Advent-Solo-Programm bin ich sicher auch wieder einmal im Salzkammergut.

Mit MIGUEL HERZ-KESTRANEK sprach Melanie Wagenhofer

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