Kolumbien versetzte Argentinien frühen Copa-Dämpfer

Mit dem ersten Sieg über Argentinien seit 2007 hat Kolumbien der Albiceleste um Superstar Lionel Messi den Auftakt in die Copa America verpatzt. Das 2:0 in Brasilia war gleichbedeutend mit Argentiniens erster Auftaktniederlage bei der Copa seit 1979. “Wir haben nun noch zwei Spiele. Und wenn wir die gewinnen, sind wir trotzdem weiter”, bemühte sich Auswahltrainer Lionel Scaloni um Optimismus.

Unmöglich ist der Aufstieg ob der kommenden Gegner Paraguay und Katar für Argentinien freilich nicht. Und auch am Samstag hinterließ der Weltmeister von 1978 und 1986 keinen schlechten Eindruck. Kolumbien traf just in der Phase, als der Favorit den gefährlichsten Eindruck hinterließ. Roger Martinez besorgte nach schöner Einzelleistung von knapp außerhalb des Sechzehners das 1:0 (71.). Die Albiceleste hatte zuvor den möglichen Führungstreffer verpasst. Erst scheiterte Nicolas Otamendi mit seinem Kopfball am stark reagierenden Goalie David Ospina, darauf traf Messi – ebenfalls per Kopf – das leer stehende Tor nicht. Der Barcelona-Star sorgte ansonsten mit einem schönen Solo ohne Abschluss für Aufsehen.

Das 1:0 traf Argentinien, das mit der Sturmreihe Messi/Sergio Aguero/Angel di Maria angetreten war, hart. Zwar unternahm der vierzehnfache Turniergewinner noch einige Versuche auf den Ausgleich, wirklich gefährlich wurde er aber nicht. Duvan Zapata ließ den Endstand folgen (86.). “Wir wussten, dass es lange her war, seit wir Argentinien geschlagen haben. Wir sind natürlich hocherfreut”, sagte der Goalgetter von Atalanta Bergamo. “Wir werden das genießen, es ist ein großartiges Ergebnis, aber es warten noch viele schwierige Spiele auf uns.”

Messi ging nach der ersten Auftaktniederlage voran. “Kopf hoch und weiter”, sagte der Superstar nach dem 0:2. “Es gibt keine Entschuldigung. Wir müssen die positiven Dinge mitnehmen und an die nächste Partie denken.” Dass sich der Kapitän nach der Niederlage nicht versteckte, werteten argentinische Medien als positives Signal. “Es kann sehr schnell gehen”, sagte der im Nationalteam noch titellose Messi und machte seinen Landsleuten Mut. “Es bleiben noch viele Chancen, sich zu qualifizieren. Es hat gerade erst angefangen.”

Die beinahe ausverkaufte Partie ließ auch die Veranstalter aufatmen, nachdem im ersten Spiel des Tages zwischen Venezuela und Peru (0:0) mehr als 40.000 Sitze frei geblieben waren. Die Argentinier stehen im zweiten Gruppenspiel gegen Paraguay nun bereits unter Zugzwang. Kolumbien, das die Copa 2001 zum bisher einzigen Mal gewann, trifft auf die Gastmannschaft aus Katar.

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