Kombi-Doppelzimmer greift nach Edelmetall

Nordische WM: Mit Seidl und Rehrl starten heute in Seefeld große ÖSV-Hoffnungen

Dieses Quartett soll für die erste Medaille in Rot-Weiß-Rot sorgen (v.l.): Bernhard Gruber (36), Mario Seidl (26), Franz-Josef Rehrl (25) und Lukas Klapfer (33).
Dieses Quartett soll für die erste Medaille in Rot-Weiß-Rot sorgen (v.l.): Bernhard Gruber (36), Mario Seidl (26), Franz-Josef Rehrl (25) und Lukas Klapfer (33). © APA/Gindl

„Wir sind die dritte Kraft“ — Christoph Eugen, Cheftrainer der ÖSV-Kombinierer“, sieht sein Team vor dem heutigen Großschanzenbewerb (10.30/16.15, live ORF eins) in der Außenseiterrolle. Die Favoriten seien die Norweger und Deutschen. Geht es nach der Statistik, machen es sich auch diese drei Nationen die drei Medaillen aus. In den bisherigen 18 Weltcup-Bewerben gingen 18 Podestplätze (12 Siege) an Norwegen, 18 (2) an Deutschland und 11 (4) an Österreich. Einzig der Japaner Akito Watabe (3x 2., 2x 3.) und der Finne Ilkka Herola (1x 2.) konnten diese Phalanx brechen.

Ein Zimmer als große Medaillenhoffnung

Österreichs heißeste Eisen, um den Topfavoriten Jarl Magnus Riiber und Johannes Rydzek den Sieg streitig zu machen, sind die zweifachen Saisonsieger und Zimmerkollegen Mario Seidl und Franz-Josef Rehrl.

Und die beiden zeigten am Bergisel, dass die Sprungform perfekt passt. Seidl sprang am Dienstag drei Mal Bestweite, Rehrl am Donnerstag zwei Mal. Riiber vermied beim Abschlusstraining mit Mühe einen Sturz, Rydzek und Watabe fehlten zehn bzw. mehr als zehn Meter (entspricht mehr als eine Minute Rückstand im Langlauf). „Im Springen fühle ich mich sehr wohl, das Selbstvertrauen ist groß“, meinte Seidl optimistisch. Und Rehrl ergänzte: „Wir wissen, dass wir gut springen können, müssen nichts erzwingen.“ Gold hängt bei einer Heim-WM allerdings besonders hoch, wie die Statistik beweist. Bisher krönte sich in diesem Bewerb nur der Deutsche Ronny Ackermann 2005 in Oberstdorf zum „Weltmeister dahoam“.

Routiniers als Jäger

Gruber und Klapfer, die im Weltcup heuer noch nicht aufs Podest liefen, setzen auf ihre Routine. „Ich weiß, was ich tun muss, damit ich schnell werde und bleibe“, meinte der zehnfache WM-Medaillengewinner Gruber. „Wichtig ist , dass man beim Jagen (der besten Springer, Anm.) gleich in der ersten Gruppe ist“, hofft der Olympia-Dritte und starke Läufer Klapfer heute auf bessere Sprünge, wie im Weltcup.

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