„Komisches Ding“ auf Spielplatz war Teil von Weltkriegs-Granate

Kinder fanden ballistische Haube beim Spielen — Keine Sprengkraft

Die Polizisten Karl Rittmannsberger (l.) und Adolf Wöss am Fundort
Die Polizisten Karl Rittmannsberger (l.) und Adolf Wöss am Fundort © LPD OÖ

LINZ — Spielenden Kindern und aufmerksamen Eltern ist es zu verdanken, dass Kriegsmaterial — wenn auch ungefährliches — auf einem Linzer Spielplatz gefunden und sichergestellt werden konnte. Die Kinder hatten am Mittwoch einen „komischen Gegenstand“ entdeckt und ihre Eltern verständigt, die wiederum die Polizei alarmierten.

„Es handelte sich um die ballistische Haube einer 8,8-cm-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg“, berichtet der Linzer Polizei-Sprengstoffexperte Karl Rittmannsberger. Das Teil diente zur Aerodynamik der Granaten im Flug und besitze keine Sprengkraft: „Aber das muss man natürlich erst einmal wissen.“ Die Eltern haben jedenfalls richtig reagiert. „Sie haben die Haube nicht angefasst sondern mit einem Stecken markiert“, sagt er. Wie die ballistische Haube auf den Spielplatz gekommen ist, ist unklar, allerdings habe es im Zweiten Weltkrieg eine Stellung der Wehrmacht in der Gegend gegeben.

Drei Funde pro Woche

In Linz liegt auch 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch jede Menge Kriegsmaterial — nicht immer ungefährliches, wie der Granatenfund am Dienstag bei der A26-Baustelle zeigte. „Mindestens dreimal pro Woche werden wir gerufen, weil irgendwo in Oberösterreich zumeist Bomben, Granaten, Minen oder einzelne Teile davon gefunden wurden“, sagt Rittmannsberger im VOLKSBLATT-Gespräch. Die Funde, wie auch die Haube, werden dann dem Entminungsdienst zur Entsorgung übergeben.

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