Konstantia Gourzi: Anájikon (ECM)

Hat sie schon mit dem ersten ECM-Album für ihr schöpferisches Potenzial Bewunderung geerntet, so ist die griechische in München lebende Komponistin Konstantia Gourziv zuletzt auch mit ihrer zweiten CD „Anájikon“ eine sichere Adresse für Hörerlebnisse zeitgenössischer Musik. Nicht nur, weil gegenwärtige Musikbeiträge aus weiblicher Hand nicht gerade im Überfluss existieren, sondern weil es sich bei der Künstlerin um eine außergewöhnliche Persönlichkeit in Doppelfunktion handelt. Gourzi dirigiert nämlich auch, war Assistentin von Claudio Abbado, durch den sie erfuhr, dass jede Musik einen emotionalen Grund hat.

Ihre Klangsprache verrät Elemente verschiedener Traditionen, die Ost und West zu einem Dialog zusammenführen. Das dritte Streichquartett aus 2015, dessen Struktur durch eine neue Klangdramaturgie überrascht, ist vom Minguet Quartett einprägsam und so fein von Homogenität gesponnen zu hören.

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Dann das von der Komponistin dirigierte Orchesterstück Ny-él (2016) mit dem Lucerne Academy Orchestra aus den fünfteiligen Engelskompositionen: Mit wenig Tönen wird viel ausgesagt, das macht den Zauber ihrer Tonsprache aus und führt durch eine weite Hörlandschaft ins Universum. Zum Höhepunkt des spannenden Programms führen „Drei Dialoge“, eine Hommage à Mozart.

Keine Zitate führten jedoch ihre Feder, sondern eine dunkle Violastimme und klar perlende Klaviertöne (Nils Mönkemeyer und William Youn) treffen sich zu einem kontemplativen Dialog, um eine stilorientierte Klassikatmosphäre auszuloten. Eine wissensbereichernde CD empfiehlt sich zum spontanen Kauf.

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