Konstantia Gourzi: Anájikon

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Die griechische Komponistin und Dirigentin Konstantia Gourzi hat bei ECM New Series ihr zweites Album mit ihrer Kammer- und Orchestermusik des letzten Jahrzehnts eingespielt. „Anájikon“ enthält drei Werke, von denen zwei mit Widmungen versehen sind. Das eine ist Mozart zugeeignet, ohne dass es Zitate, Motive oder stilbewusste Annäherungen an seinen Widmungsträger aufzeigen würde.

Das ist wohl auch nicht beabsichtigt. Viel mehr laden innerer Glanz und die dramatische Kraft aus Gourzis Musik zu einem Zwiegespräch mit Mozart ein, wobei der Hörer in dem Klangraum angeregt werden soll, in seiner Freiheit sich selbst wahrzunehmen. In den drei Sätzen ist genug Gelegenheit dazu durch die Ausführenden Nils Mönkemeyer auf Bratsche und William Youn am Piano.

Als zweites Stück widmet die Komponistin ein viersätziges Orchesterwerk op. 65 dem leider schon verstorbenen Pultstar Claudio Abbado und dem Dirigenten Pierre Boulez. Gourzi dirigiert es selbst am Pult des Lucerne Academy Orchestra und deutet das Werk mit der entsprechenden emotionell spürbaren Pietät für eine Trauermusik, die eigentlich kaum durch dunkle Klänge berührt.

„Zwei Engel in dem Weißen Garten“ lassen mehr himmlische Gefühle aufkommen. „Der Engel in dem Blauen Garten“ nennt Gourzi ihr Streichquartett Nr. 3 op. 61, an dem auffällt, dass der dritte Satz dreiteilig komponiert ist. Das Minguet Quartett hat es inhaltlich großartig ausgefeilt und thematisch differenziert gestaltet, genau wie es dem Charakterstück ansteht. Die Mitglieder haben ja in der zeitgenössischen Literatur genug Erfahrung gesammelt: Ulrich Isfort und Annette Reisinger auf 1. und 2. Violine, Aroa Sorin, Viola und Matthias Diener auf dem Violoncello.

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