Konzert „Christmas in Vienna“ heuer in besonderer Form

Kein Konzert wie damals: „Christmas in Vienna“ gehört üblicherweise zum Fixpunkt des weihnachtlichen ORF-Programms, doch coronabedingt war heuer die traditionelle Aufführung im Wiener Konzerthaus nicht möglich. Verzichten muss man deshalb aber keineswegs auf stimmungsvolle Musik und namhafte Interpreten: Als „Family Edition“ zwischen Hotel Sacher und Stephansdom aufgezeichnet, gibt es am Montag um 22.30 Uhr auf ORF 2 eine Spezialausgabe des Konzerts.

Es ist letztlich mehr intime und äußerst gefühlvolle Darbietung denn großes Spektakel, was die Sängerinnen und Sänger in der von Felix Breisach gestalteten Aufzeichnung servieren. Luca Pisaroni und Thomas Hampson arrangieren etwa ihre Deutung von „White Christmas“ als lustvolles Zwiegespräch, wobei der US-amerikanische Bariton eingangs kurz seine Zeit als Sternsinger Revue passieren lässt. Und für ihn ist klar: „Irgendwie heißt Weihnachten Musik.“

Das wird allen voran bei den unzähligen Klassikern, die wohl auch heuer im ganzen Land unterm Christbaum erklingen werden, deutlich. Etwa wenn Angelika Kirchschlager unterstützt von drei Solisten der Wiener Sängerknaben „Es wird scho glei dumpa“ darbietet. „Das haben wir als Kinder immer mehrstimmig gesungen“, erzählt die Salzburgerin. Aber auch das Ferne und Unbekannte hat Platz: Saimir Pirgu, der seinen Durchbruch bereits im Alter von 23 Jahren an der Wiener Staatsoper schaffte, entführt das Publikum mit dem Stück „Fjalet e Qiririt“ beispielsweise in seine albanische Heimat. „Alle Kindern kennen dieses schöne Lied in Albanien, deshalb singe ich es für euch.“

Das Thema Heimweh durchzieht „Christmas in Vienna“ auch an anderer Stelle und ist wohl besonders heuer aktuell, in einem Jahr, das für viele eine Trennung von Freunden und Familien mit sich brachte und bringt. „Weihnachten ist für mich die Zeit, die man mit der Familie verbringt“, formuliert es auch Camilla Nylund. „Ich denke immer an meine Heimat, an Finnland, und ich habe immer Sehnsucht nach Zuhause.“

Da ist es eine schöne Geste, mit verschiedensten Liedern, bekannten wie weniger bekannten, dieser Zeit eine musikalische Untermalung zu geben. Für den richtigen Klang auf instrumentaler Seite sind übrigens Pianist Maciej Pikulski, die Neuen Wiener Concert Schrammeln sowie das Celloquartett Die Kolophonistinnen zuständig. Und dann gibt es noch den krönenden Abschluss: „Stille Nacht“, dargeboten im Stephansdom. Hierfür hat man auch freischaffende Musikerinnen und Musiker aus elf Nationen eingeladen, die in Wien leben. „Unser Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität in schwierigen Zeiten“, wie es Moderatorin Teresa Vogl schon eingangs erwähnt. Und auf das sollte gerade an Weihnachten schließlich doch Verlass sein.

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