Kopf-an-Kopf-Rennen von Renault und PSA beim Absatz

Der vom Finanzskandal um seinen inhaftierten Chef Carlos Ghosn erschütterte Autobauer Renault hat im vergangenen Jahr 2018 den Erzrivalen PSA nur knapp hinter sich gelassen. Dank der neuen Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Brilliance konnte Frankreichs Nummer eins ihren Absatz um 3,2 Prozent auf 3,88 Millionen Fahrzeuge steigern, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Das war nur ein Vorsprung von 6.530 Stück gegenüber dem PSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroen, der durch die Übernahme von Opel seine Verkaufszahl um 6,8 Prozent nach oben schraubte.

Die Renault Gruppe in Österreich freut sich über ein besonders starkes Jahr für die Marke Dacia. Sie legte 2018 um sechs Prozent auf 10.387 Zulassungen zu. Insbesondere der SUV Dacia Duster war gefragt, er lag mit 3.510 Zulassungen um 36 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Insgesamt habe die Gruppe mit einem Marktanteil von 8,59 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht.

Mit 1.479 Zulassungen ist Renault der zweitstärkste Anbieter von Elektrofahrzeugen hierzulande, so der Autohersteller am Freitag.

Nicht ganz so rund lief es bei der Marke Renault. Mit 22.685 Einheiten wurden etwas weniger Fahrzeuge als im Jahr zuvor verkauft (2017: 23.741 Stück).

“Die Einführung des neuen Abgas-Messverfahrens WLTP im vergangenen Jahr hat die gesamte Automobilindustrie vor eine große Herausforderung gestellt, die schlussendlich sogar einen leichten Rückgang des Gesamtmarktes bewirkte”, so das Unternehmen.

Gut lief es am Nutzfahrzeugsektor, wo mit 4.122 abgesetzten Einheiten das Volumen um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg.

Renault hatte im vergangenen Jahr im operativen Geschäft an mehreren Fronten zu kämpfen: Sinkende Verkaufszahlen vor allem im Iran, in Indien und der Türkei, ein Mangel an neuen Modellen und Verzögerungen durch die neue Abgaszertifizierung WLTP in Europa. Für heuer erwartet Renault-Vertriebschef Olivier Murguet einen leichten Absatzanstieg bei stagnierenden Automärkten weltweit. Dabei setzt er auf einen Schub durch neue Modelle, so etwa die neue Generation des Clio in Europa im zweiten Halbjahr.

Ob die Festnahme des vor der Ablösung stehenden Chefs Ghosn in Japan im November sich spürbar auf das Geschäft auswirkte, wollte Murguet nicht sagen. Ghosn wird in Japan vor Gericht gestellt, weil er beim Renault-Partnerunternehmen Nissan Firmengelder veruntreut und seine wahren Einnahmen verschleiert haben soll. Er wies alle Anschuldigungen zurück. In Kürze soll Ghosn auch bei Renault abgesetzt werden, die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren.