Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Kopf im Sand

Klar, dass das links-grün-pinke Lager diesen Reflex setzt: Kurz’ Warnung vor einer Wiederholung der 2015er Geschichte sei nur dem Wahlkampf geschuldet. Der ÖVP-Chef wolle nur mit dem Thema Migration punkten.

Tatsächlich sind die Zahlen und Fakten derzeit so, dass man sie sich noch schönreden kann. Es stranden zwar wieder deutlich mehr aus der Türkei übersetzende Migranten auf griechischen Inseln, aber vergleichbar mit 2015 ist das Ausmaß des Problems bei weitem nicht. Noch nicht!

Auch vor vier Jahren hat die Migrationskrise Europa nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Es war ein schleichender Prozess, in dem (zu) viele Politiker lange den Kopf in den Sand steckten. Als dann die Massen vor Nickelsdorf standen, gab es keine andere menschliche Lösung mehr, als die Grenzen zu öffnen.

Die Folgen dieses beispiellosen, in der damaligen Notlage aber unausweichlichen staatlichen Kontrollverlustes, haben Europa in seinen Grundfesten erschüttert: Regierungen stürzten, Populisten erstarkten und auch der Brexit hat etwas mit migrationspolitischem Versagen zu tun.

„Auch vor vier Jahren traf die Migrationskrise Europa nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel.“

Trotzdem gibt es noch immer Politiker, die nichts aus der Geschichte lernen und ihren Kopf tief im Sand stecken lassen wollen. Sie sollten sich nicht wundern, wenn ihnen in dieser Position bis zum Wahltag die Luft ausgeht.

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