Islamistisches Buch propagiert Frauen-Züchtigung

Islamisches Glaubensbuch sorgt für Empörung — Europaabgeordnete fordert Verbot

Ein Muslim darf seine unfolgsame Ehefrau züchtigen und „leicht schlagen“, so steht es zumindest im „Ilmihal für Frauen - Islamisches Grundwissen für Frauen“ © Peter Atkins – stock.adobe.com

Österreichs größter Buchhändler Thalia nahm das Buch nach dem VOLKSBLATT-Bericht sofort aus dem Angebot, die Wiener Aziziye-Buchhandlung folgte am Mittwoch, Amazon prüft noch.

Die Zitate aus dem Buch „Ilmihal für Frauen — Islamisches Grundwisssen für Frauen” sorgen für Empörung. Dabei hat das VOLKSBLATT nur einen kleinen Teil der höchst problematischen Passagen in dem vom türkischen Uysal-Verlag auf Deutsch vertriebenen Islamisten-Epos veröffentlicht.

©Uysal Verlag

Neben der Aufforderung „jemand, der den Propheten beschimpft, beleidigt oder seine Religion in irgendeiner Weise schlecht macht, muss getötet werden“, gibt es eine ebensolche gegen „diejenigen, die Zauberei praktizieren. Auch ihre Reue wird nicht akzeptiert und sie müssen sofort getötet werden“.

Anleitung zum Schlagen

Heftigen Widerspruch außerhalb fundamentalistischer Kreise ernten auch die Ratschläge zum Umgang mit ungehorsamen Ehefrauen. Zwar wird auf Seite 52 betont: „Brutalität ist im Islam grundsätzlich verboten.“

Im darauf folgenden Satz heißt es aber: „Sollte sich eine Frau jedoch gegen ihren Mann auflehnen und es darauf anlegen, die Harmonie und den Fortbestand der Familie zu zerstören, erlaubt der Koran dem Ehemann als letzte Maßnahme, seine Frau zu züchtigen.“

Keine Spuren hinterlassen

Dieses Züchtigen ist wie Vieles im Islam genau geregelt, zumindest stellen es die Ilmihal-Autoren so dar. Wenn Ermahnungen und „Trennung im Ehebett“ (konkret: Beischlafverweigerung) nichts fruchten, ist als dritte Eskalationsstufe körperliche Züchtigung möglich. Allerdings sei es nicht erlaubt, „auf den Kopf, ins Gesicht, auf die Brust oder den Bauch zu schlagen.“

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Und: „Auf dem Körper dürfen keine Zeichen oder Spuren durch das Schlagen entstehen.“ Mit Züchtigen seien keinesfalls „harte Schläge oder gar Verletzungen gemeint, sondern nur leichtes Schlagen als symbolische Handlung, die der Frau mit Nachdruck den Ernst der Lage vor Augen führen soll“. Das „Recht auf Züchtigung“ stehe dem Mann unter anderem zu, wenn die Frau fremde Männer ins Haus einlade „oder ihre religiösen Pflichten vernachlässigt“.

©Uysal Verlag
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Die Autoren warnen aber „Ehemänner, die auf ihre Frauen wegen irgendwelcher Lappalien gedankenlos einschlagen“, davor, dass sie dafür „Rechenschaft vor Allah ablegen werden“.

Worum es bei der dosierten Gewalt geht, wird der Frau im „Islamischen Grundwissen“ so erklärt: „…der Sinn dieses Vorgehens liegt nicht darin, die Frau zu schlagen, sondern sie dazu zu bewegen, ihr Fehlverhalten zu ändern.“

Hohlmeier fordert Verbot

„Ich bin fassungslos“, sagt die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier (CSU) und fordert ein „Verbot von Büchern mit islamistischen Inhalten, die zur Tötung von Menschen und zu Gewalt und Unterdrückung von Frauen auffordern“. Der Aufruf zu Mord an Kritikern von extremistischen Interpretationen des Islams gleiche einem indirekten Aufruf zu terroristischen Anschlägen, so Hohlmeier zum VOLKSBLATT. Die bayerische Politikern plädiert auch für ein Verbot jener Organisationen, die dieses Buch vertreiben.

Kritik zuerst von Muslimen

Die Kritik am „Ilmihal für Frauen“ kam übrigens zuerst von Muslimen. In einer muslimischen Facebook-Gruppe wird das Werk heftig diskutiert. So wird unter anderem dazu aufgerufen, Muslime vor den extremen Ansichten in diesem Buch zu warnen. „Es ist schon erschreckend, was in den Köpfen der Autoren vor sich gegangen ist, vor allem deshalb, weil es auch strafrechtlich relevant sein dürfte“, so der Administrator der Gruppe.

Von Manfred Maurer

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