Kreml-kritische Aktivistin in Kroatien festgenommen

Eine Kreml-kritische russische Aktivistin aus dem Umfeld der Protestband Pussy Riot ist in Kroatien festgenommen worden. Wie die Band am Mittwoch berichtete, begleitete Aisoltan Nijassowa die Gruppe auf deren Europa-Tournee und wurde am Sonntag bei der Einreise aus Slowenien auf Grundlage eines in Turkmenistan ausgestellten Haftbefehls festgenommen. „Eine Unschuldige sitzt im Gefängnis und muss freigelassen werden“, sagte Pussy-Riot-Musikerin Maria Aljochina.

„Sie ist keine Kriminelle. Es sind die turkmenischen und russischen Behörden, die kriminell sind“, meinte Aljochina bei einer Pressekonferenz vor der Haftanstalt in Zagreb. Nijassowas Anwältin sagte, die Aktivistin sei in Russland bereits wegen der Vorwürfe der turkmenischen Justiz verurteilt worden und habe sechs Jahre in russischer Haft verbracht.

Laut kroatischen Medienberichten wird ihr Veruntreuung von öffentlichen Geldern vorgeworfen. „Sie kann nicht wegen der gleichen Vorwürfe erneut vor Gericht gestellt, abgeschoben oder inhaftiert werden“, betonte Anwältin Lina Budak. Das Vorgehen gegen die Demokratie-Aktivistin sei politisch motiviert, sagte Budak. Nijassowas Vater, ein Oppositioneller, sei im Gefängnis getötet worden.

Die Band Pussy Riot war mit einer Protestaktion 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale bekannt geworden. Dort hatte die Gruppe ein „Punk-Gebet“ aufgeführt, in dem sie Präsident Wladimir Putin offen kritisierte. Mehrere Bandmitglieder wurden anschließend zu Haftstrafen verurteilt. Derzeit ist die Band auf Europa-Tournee, um Geld zur Unterstützung der Ukraine zu sammeln und gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu protestieren.

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