Kreml sieht Verhandlungen über Abrüstungsvertrag in Gefahr

Russland sieht wegen der Corona-Pandemie die Verhandlungen über eine Neuauflage des New-Start-Vertrags zur Begrenzung strategischer Atomwaffen in Gefahr. “Wegen des Virus sind wichtige Prozesse unterbrochen. Das ist eine Realität, der wir uns stellen müssen”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Das Abkommen zwischen Russland und den USA läuft im Februar nächsten Jahres aus. Auf die Frage eines Journalisten zur Chance einer Verlängerung meinte Peskow, dies müssten die Amerikaner beantworten. Russland will an dem Vertrag festhalten, der vor zehn Jahren von dem damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew und seinem US-Kollegen Barack Obama unterzeichnet wurde. Moskau beklagt seit langem, dass sich Washington nicht eindeutig zur Zukunft des Abkommens positioniere und die Zeit für Verhandlungen deswegen nicht ausreichen könnte.

Bei einem Auslaufen sieht Russland die Gefahr eines neuen Wettrüstens. Das Dokument zur Rüstungsbeschränkung sei ein sehr wichtiges für den Planeten, sagte Peskow.

Der New-Start-Vertrag sieht vor, die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1.550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Erst im vergangenen Sommer war ein anderes wichtiges Abrüstungsabkommen zwischen beiden Ländern aufgekündigt worden: der INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen.

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