„Kreuz und quer“ – VW T-Cross

Das jüngste und kleinste SUV-Elaborat aus dem Hause VW hört auf den Namen T-Cross, präsentiert sich peppig, überraschend geräumig und wartet mit einem hohen Alltagsnutzen auf.

Von Oliver Koch

Mit diesem Jahr hat VW seine SUV-Palette auch nach unten hin abgerundet. Will heißen: Der Kleinste, der 4108 Millimeter lange T-Cross, komplettiert nun das Portfolio rund um T-Roc, Tiguan und Touareg.

Typenschein

VW T-Cross Life TSI DSG

Preis: ab € 23.390,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 26.782,72 unter anderem inklusive Außenfarbe Reflexsilber-Metallic € 488,56, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln € 167,40, automatischer Distanzregelung ACC € 251,72, Licht- und Sicht-Paket € 127,72 und R-Line Exterieur € 1602,08; einen VW T-Cross (1,0 TSI 95 PS 5-Gang) gibt es ab € 18.690,-
NoVA/Steuer: 4 %/ € 453,84 jährlich
Garantie: 2 Jahre Neuwagengarantie, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 2 Jahre Reparatur-Gewährleistung auf Werkstattarbeit, Originalteile und Originaltauschteile
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R3, 12V, Direkteinspritzung, Turbolader, Partikelfilter, 999 cm³, 85 kW/115 PS bei 5000 U/min, max. Drehmoment 200 Nm bei 2000-3500 U/min
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,2 s
Leistungsgewicht: 10,8 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 5,6/4,5/4,9 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,1 Liter
CO2-Ausstoß: 111 g/km
NOx: 0,0253 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4108/1782/1584 mm
Radstand: 2551 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1251/1750 kg
Kofferraum: 455-1281 Liter
Tank: 40 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 205/55 R17 91V auf 17“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/ACC/BSD/LDW
Airbags: 6

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 190 mm
Böschungswinkel vorne: 16,9°
Hinten: 18,5°
Rampenwinkel: 14°

Das auf der Polo-Plattform aufbauende Sport Utility Vehicle (SUV) gliedert sich dabei nahtlos in die Formensprache des VW-Konzerns ein, mit gefälliger Innenraumgestaltung ohne große Überraschungen und einer klassischen, markentypischen Frontpartie. Einzig beim Heck zeigt sich der kantige Kerl deutlich robuster als der vergleichsweise rundliche T-Roc.

Da stechen beim T-Cross das durchgängige Leuchtenband, die steil abfallende Heckscheibe und der prominent platzierte T-Cross-Schriftzug unter der Nummerntafel ins Auge. Die Plastikbeplankungen der Radkästen, die 190 Millimeter Bodenfreiheit und die hoch gezogene Schulterlinie lassen den T-Cross, der wie der Polo im spanischen Pamplona vom Band läuft, verwegen aussehen. Dabei gibt er sich im täglichen Gebrauch durchaus handzahm und harmonisch.

Den 1,2 Tonnen schweren VW T-Cross gibt es nur mit Frontantrieb (ist üblich in dem Segment) und auf der Benzinerseite nur mit einem Dreizylinder. Beim Testwagen leistete das Einliter-Aggregat 115 PS, die per se ausreichend für das Fahrzeug sind.

Die Fahreigenschaften des flüsterleisen Motors sind harmonisch, ebenso das Zusammenspiel mit der Siebengang-Doppelkupplung. Die Fahrwerksabstimmung ist auch – ja, Sie haben es erraten – harmonisch und das relativ kleine Lederlenkrad mit seinen zahlreichen Tasten übermittelt unmittelbar die Lenkbefehle an die Vorderräder. Der wendige T-Cross eignet sich somit logischerweise hauptsächlich für die Stadt, kreuz und quer durchs Land und über Schotterpisten kann man den T-Cross auch schicken. Er ist ja schließlich ein SUV, sagt VW.

Generell ist der T-Cross aber ein durstiger Geselle, bei dem sich nur bei Tempo 80 auf der Landstraße der Verbrauch unter sieben Liter einpendelt. In der Regel sind es eher mehr als sieben Liter und somit ist er hier meilenweit vom Referenzwert von 4,9 Litern entfernt. Und apropos Meilen: Mit einer Tankfüllung (40 Liter) lassen sich somit gut 330 Meilen (530 Kilometer) zurücklegen.

Das wird nebenbei gesagt zum Kinderspiel. Denn der T-Cross ist innen grenzgenial konzipiert, auch wenn das billige Hartplastik dominiert. Mächtig viel Platz, mannigfaltige und üppige Ablagen, eine verstellbare Rückbank, bequeme und viel Seitenhalt gebende Vordersitze und ein voluminöser Kofferraum. Letzterer fasst mindestens 455 Liter, weist eine etwas höhere Ladekante sowie eine weit aufschwingende Heckklappe auf. Der Beifahrersitz lässt sich zudem umlegen, so wird der T-Cross auch zum Transporteur langer Sachen – der Alltagsnutzen lässt grüßen.

Aufs Preispickerl sollte man jedoch nicht unbedingt schauen, wenn man den T-Cross in der mittleren der drei Ausstattungslinien (T-Cross, Life, Style) samt ein paar Extras bestellt. So summiert sich das City-SUV schnell auf knapp 27.000 Euro, da ist aber noch keine Rückfahrkamera oder ein Panorama-Glasdach an Bord. Zur Relation: Der 4,48 Meter lange Basis-Tiguan kostet „nur“ knapp 5000 Euro mehr. Die direkten T-Cross-Wettbewerber bieten teils mehr Serienausstattung an.

Fazit: Böse gefragt: Wer braucht jetzt noch einen Polo oder einen T-Roc, der gerade einmal 4234 Millimeter lang ist? Der burschikos und jugendlich gestylte T-Cross wartet mit hohem Alltagsnutzen, großem Platzangebot (vor allem im Fond) und Variabilität auf und wird wohl erfolgreich kreuz und quer im City-SUV- und Kleinwagensegment wildern. Da fallen der recht happige Preis und die teils billige Verarbeitung vermutlich gar nicht so ins Gewicht.

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