Kriechmayr beendete lange Durststrecke

17. Abfahrts-Weltmeistertitel für Österreich, aber der erste seit Michael Walchhofer 2003

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Ein WM-Titel in der Königsdisziplin ist für Österreich nicht gerade eine Seltenheit, der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr holte bereits den 17. Abfahrtstitel (Rekord) für das rot-weiß-rote Ski-Team.

Doch so lange musste Österreich schon lange nicht mehr warten. Der bisher letzte heimische Abfahrts-Champion war vor 18 Jahren Michael Walchhofer gewesen, der Salzburger hatte 2003 in St. Moritz triumphiert.

Zwei Jahre davor trug sich bekanntlich mit Hannes Trinkl, nunmehr FIS-Renndirektor, in St. Anton schon einmal ein Oberösterreicher in die Siegerliste ein.

Den Auftakterfolg gab anno 1932, als Gustav Lantschner bei der zweiten Ski-WM der Geschichte, ebenfalls in Cortina, gewann. Nach dem Sieg von Franz Ziegerle 1935 in Mürren dauerte es 19 Jahre bis zum nächsten Titel durch Christian Pravda 1954 in Aare.

Zwei Siege scheinen in der Statistik nicht auf

Auch, weil der Erfolg des Tirolers Hellmut Lantschner im Jahre 1939 in Zakopane in den offiziellen Listen dem Deutschen Reich zugeschrieben wird. Gleiches hätte zwei Jahre später auch für Josef Jennewein (Tirol) gegolten, doch diese Titelkämpfe in Cortina wurde nachträglich aufgrund des Weltkriegs überhaupt annulliert.

Auf den Sieg von Pravda folgte Toni Sailer, der 1956 und 1958 als erster (von bis heute nur fünf Athleten) den Abfahrtstitel zweimal gewinnen konnte. Das gelang sonst nur Zeno Colo (ITA), Jean-Claude Killy (FRA), Bernhard Russi (SUI) und Aksel Lund Svindal (NOR).

Die längste ÖSV-Siegessrie begann dann anno 1974 mit David Zwilling, dem es Franz Klammer (1976), Sepp Walcher (78), Leonhard Stock (80) und Harti Weirather (82) gleich taten.

Danach dauerte es 14 Jahre, bis 1996 Patrick Ortlieb in Sierra Nevada erfolgreich blieb. Mit Hermann Maier (1999), Trinkl und Walchhofer gelang noch einmal ein „Hattrick“, ehe das lange Warten bis 2021 angesagt war. Doch dann kam Vincent Kriechmayr …

Auf Platz zwei hinter Österreich (17 Titel) folgen übrigens die Schweiz (13), Frankreich (6) und Norwegen (3).

LH Stelzer gratulierte dem Doppelweltmeister

Einer der ersten Gratulanten war Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Vincent Kriechmayr ist nicht nur sportlich ein Aushängeschild für unser Bundesland, er ist aufgrund seiner Herzlichkeit und sympathischen, bodenständigen Art ein Vorbild für viele Kinder und Jugendliche“, so Stelzer. „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass Oberösterreich so bärenstarke Ski-Asse wie den dreifachen Weltmeister Rudi Nierlich, Weltmeister Hannes Trinkl 2001 oder eben jetzt Vincent Kriechmayr hervorbringt.“

Alle österreichischen Abfahrtsweltmeister

1932 Cortina: Gustav Lantschner
1935 Mürren: Franz Ziegerle
1954 Aare: Christian Pravda
1956 Cortina: Toni Sailer
1958 Badgastein: Toni Sailer
1962 Chamonix: Karl Schranz
1964 Innsbruck: Egon Zimmermann II
1974 St. Moritz: David Zwilling
1976 Innsbruck: Franz Klammer
1978 Garmisch: Sepp Walcher
1980 Lake Placid: Leonhard Stock
1982 Schladming: Harti Weirather
1996 Sierra Nevada: Patrick Ortlieb
1999 Vail: Hermann Maier
2001 St. Anton: Hannes Trinkl
2003 St. Moritz: Michael Walchhofer
2021 Cortina: Vincent Kriechmayr

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