Kriegerisches Revolutionsjubiläum

Rüstungswahn und Israel-Hass am 40. Jahrestag der Revolution im Iran

Revolutionäre „Jubiläums-Folklore“ in Teheran: Iraner verbrennen Fahnen der USA und Israels.
Revolutionäre „Jubiläums-Folklore“ in Teheran: Iraner verbrennen Fahnen der USA und Israels. © AFP/Kenare

Brennende USA- und Israel-Flaggen, kriegerische Reden — der 40. Jahrestag der islamischen Revolution wurde gestern im Iran alles andere als entspannt bzw. entspannend begangen. Auch der als gemäßigt geltende Staatschef Hassan Rohani schlug martialische Töne an: „Wir befinden uns heute in einem psychologischen und wirtschaftlichen Krieg“, sagte er bei einer Kundgebung in Teheran. „Wir haben nicht und wir werden nicht um Erlaubnis fragen, um verschiedene Raketen-Typen zu entwickeln“, so Rohani. Die „Verschwörung“ der USA, Israels und anderer „reaktionärer Staaten“ in Nahost gegen den Iran sei zum Scheitern verurteilt.

Der Kommandant der Revolutionsgarden, Jadollah Jawani, drohte Israel, sollten die USA den Iran angreifen: „Dann werden wir Tel Aviv und Haifa dem Erdboden gleichmachen.“

In den iranischen Städten gingen Hunderttausende Menschen auf die Straßen, um den Jahrestag des Sieges von Ayatollah Khomeini über den Schah zu feiern. Menschenmengen skandierten „Tod Israel, Tod den USA“ und verbrannten wie bei solchen Anlässen üblich entsprechende Flaggen.

Das martialische Getöse am Jahrestag sollte wohl auch darüber hinwegtäuschen, dass die Iraner keinesfalls geschlossen hinter den Mullahs stehen. Immer wieder kommt es zu Protesten gegen die islamische Gängelung der Menschen — Stichwort: Verhüllungsdiktat für Frauen — und wegen der Wirtschaftsmisere. Viele fragen sich, warum Geld für arabische Extremisten oder Militärhilfe für Syriens Diktator Bashir Assad ausgeben wird, während die Iraner darben. Aber diese Stimmen hatten gestern keine Chance, sich Gehör zu verschaffen.