Kriminalstatistik: OÖ schert bei Aufklärungsquote deutlich aus

Bei der Aufklärungsquote ist Oberösterreich laut Kriminalstatistik 2019 aus dem Bundestrend deutlich ausgeschert. So wurden von den 64.779 angezeigten Delikten gut 60 Prozent geklärt, womit die Quote um 7,5 Prozentpunkte über dem Österreich-Wert liegt.

Schlechter sieht es bei der Cyberkriminalität aus. Nur 22,5 Prozent und nicht wie bundesweit 36 Prozent jener strafbaren Handlungen wurden geklärt.

Aber nicht nur im Vergleich mit den Bundesländern ist die Zahl der geklärten Cyberkriminalität-Fälle zurückgegangen. 2018 betrug die Quote in Oberösterreich auch noch 37 Prozent.


„Je höher die Zahl der Delikte, umso niedriger die Aufklärungsquote“, meinte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl am Freitag bei der Präsentation der landesweiten Kriminalstatistik. Aufwendige Ermittlungen und die Verstrickung ins Ausland ziehe die Arbeit der Polizei in die Länge. In seinem Bundesland ist die Anzahl der Delikte innerhalb eines Jahres von 368 auf 764 gestiegen.

Dennoch erreichte Oberösterreich bei der Aufklärung allgemein 2019 mit dem 60-Prozent-Anteil sein zweitbeste Ergebnis nach 2018 (Quote: 61 Prozent). Daran messe sich erfolgreiche Polizeiarbeit, sparte Pilsl nicht mit Lob. Grundsätzlich hat die Zahl der angezeigten Straftaten um 4,7 Prozent auf 64.779 zugenommen, bei der Gewaltkriminalität ging es um 5,2 Prozentpunkte nach oben. Bei 62 Prozent der insgesamt 9.822 Delikten standen Täter und Opfer in einer Beziehung. Als Tatwaffe diene immer mehr das Messer, es wurde bei 361 Fällen verwendet, meinte der Chef des Landeskriminalamtes, Gottfried Mitterlehner.

Die Zahl der schweren Gewaltverbrechen blieb auf niedrigem Niveau. So gab es 2019 in Oberösterreich den „Doppelmord in Wullowitz“, wo ein Asylwerber einen Rot-Kreuz-Mitarbeiter und einen Altbauern getötet haben soll. Ob es, wie in der Statistik angeführt, tatsächlich noch einen dritten Mord geben hat, sei „strittig“, sagte Mitterlehner. Hierbei könnte es sich auch um eine laut Gericht absichtlich schwere Körperverletzung mit Todesfolge handeln.

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