Krippe des Linzer Mariendoms wird restauriert

Die Krippe im Linzer Mariendom – eine der größten und wertvollsten ihrer Art – wird restauriert und bekommt einen eigenen Auftritt im virtuellen Raum. Das 1913 vollendete Werk des Münchner Bildhauers Sebastion Osterrieder wird vom Ars Electronica Futurelab mittels Photogrammetrie gescannt. Dann wird das weihnachtliche Ensemble als interaktives und audiovisuelles Erlebnis für den Mariendom und den Deep Space 8K des Ars Electronica Centers inszeniert.

Die orientalische Krippe steht seit 1921 fix an ihrem Platz in der Krypta des Neuen Doms in Linz. Die Jahre zuvor wurde sie vor dem Herz-Mariä-Altar auf- und wieder abgebaut, was allerdings zu Beschädigungen an der 12 Meter langen und fünf Meter tiefen Anlage führte. Dazu kamen über die Jahrzehnte Staub, Schimmel und Firnisschäden, abgebrochene Teile, Risse, Farbveränderungen und -ausbrüche, teilte die Initiative Pro Mariendom in einer Presseaussendung mit. So wurde bei einer Befundung Anfang des Jahres deutlich, dass umfangreiche Maßnahmen um rund 250.000 Euro nötig sind. Die über 80 Figuren werden derzeit in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt gereinigt, restauriert, ergänzt und konserviert.

Das Wiener Atelier Prenner & Scheel führt diese Arbeiten – unter anderem Ergänzung von abgebrochenen Füßen, Händen, Ohren an den Figuren – mit umfassender Dokumentation durch. Rund 30 Figuren sollen bis zum Advent fertig sein, die Heiligen Drei Könige sowie rund 30 weitere Figuren sind im kommenden Jahr an der Reihe. Die Holzrestauratorin Petra Gröger nimmt sich der Korkkrippenbauten mit der Darstellung der Grotte und der Stadt Bethlehem an. Sie arbeitet in Wien und auch vor Ort in Linz.

Damit entsteht in der Krypta im Dom eine Art „Restaurierwerkstatt“, sagte Martina Noll von der Diözese Linz. Um die Restaurierungskosten von 250.000 Euro zu bewältigen, bittet die Initiative Pro Mariendom um Unterstützung etwa mit der Patenschaft für eine Krippenfigur.

Neben der analogen wird heuer auch eine virtuelle Krippe ausgestellt. Sofern die Coronamaßnahmen das wieder erlauben wird im Dom und im Deep Space 8K des Ars Electronica Centers projiziert, jedenfalls gibt es die Szenerie aber unter und am 3. Dezember via Ars Electronica Home Delivery zu sehen. Die Besucher erwarten dabei die digitalisierten Figuren, die das Kunstwerk für die Zukunft dokumentieren, und Experten wie Petra Weiss vom Bundesdenkmalamt und Dompfarrer Maximilian Strasser.

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(S E R V I C E – Ars Electronica Home Delivery bei Deep Space LIVE am 3. Dezember um 17 Uhr unter )

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