Kultur in Vorarlberg startet wieder, sogar Rockkonzert dabei

Kulturhungrige haben lange darauf gewartet, wieder auf Konzerte, ins Kabarett und ins Kino gehen zu können. In Vorarlberg ist das ab Montag, 15. März, wieder möglich, wenn auch nur unter harten Auflagen. Trotz der Kurzfristigkeit und der Strenge der Bedingungen fürs Wiederaufsperren regt sich Leben in der Kulturszene, wie ein APA-Rundruf bei Veranstaltern zeigt. Während einige noch in der Planung stecken, haben andere schon für die erste Woche ein Live-Programm aufgestellt.

„Juhu, wir dürfen wieder öffnen“, jubelt das Feldkircher „Theater am Saumarkt“ (TaS) auf seiner Homepage. Gestartet wird am Samstag (20. März), 15.00 Uhr, mit dem für Kinder gedachten Auftritt der beiden Clown-Frauen Lillilu und Momo. Am Sonntag (21. März) um 10.30 Uhr beginnt das TaS die Gesprächsreihe „Wieder Sprechen“ zum Austausch über die Corona-Krise. „Wir spielen wieder“, heißt es auch beim Bregenzer Theater Kosmos. Man freue sich über die Möglichkeit, das Theater zumindest in eingeschränkter Form wieder zu öffnen. Man beginne mit einer Buchpräsentation von Monika Helfer in Zusammenarbeit mit dem Franz-Michael-Felder-Archiv am Mittwoch (17. März) um 18.00 Uhr, am Samstag (20. März) um 17.00 Uhr steht dann die Premiere des Handke-Stücks „Wunschloses Unglück“ auf dem Programm.

„Wir dürfen ab kommender Woche wieder unser Haus für Theaterhungrige öffnen und unsere Bühne mit Leben füllen“, meldete auch das Landestheater Vorarlberg. Das Haus am Kornmarkt startet am Samstag (20. März) um 17.00 Uhr mit einem musikalischen Abend mit Tom Waits-Songs und am Sonntag (21. März), 18.00 Uhr, mit dem „literarischen Roadmovie“ für die Bühne, „Tschick“, nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf.

Dank paralleler Planung – sowohl live als auch online – ist das Kulturzentrum Remise Bludenz ein „Early Bird“. Schon am Dienstag (16. März), 18.00 Uhr, geht dort mit dem Auftritt der Ländle-Band „Rumborak“ das wohl erste Live-Rockkonzert Österreichs seit dem Lockdown über die Bühne. 100 Personen dürfen teilnehmen, der Vorverkauf laufe gut, hieß es. Der Musik-Comedian Markus Linder bestritt am 29. Oktober 2020 den letzten Kabarett-Abend vor dem Lockdown, nun steht er am Freitag (19. März), um 18.00 Uhr, erneut auf der Remise-Bühne. Titel seines Kabarett-Programms: „Ich bin wieder hier“. Am Sonntag (21. März), 10.00 Uhr, laden George Nussbaumer und das Sonus Brass Ensemble große und kleine Gäste zu einer musikalischen „Hänsel und Gretel“-Matinée.

„Uns war wichtig, dass wir endlich aus den Startlöchern kommen“, so der Bludenzer Kulturstadtrat Cenk Dogan (ÖVP). Man hoffe auf positive Resonanz beim Publikum. Die angefragten Künstler, allesamt lokale, hätten eine „Wahnsinnsfreude“, so Kulturamtsleiter Stefan Kirisits. Die Vorstellung, endlich wieder auf die Bühne zu dürfen, habe alle Bedenken überwogen. Trotz coronabedingter Programmanpassungen sehe man die Öffnung als Chance. Im Bregenzer Kulturservice war man dagegen noch nicht soweit, man sei angesichts der begrenzten Zuschauerzahl und der internationalen Künstler noch mitten in der Planung, hieß es dort. Auch andere Kulturveranstalter – Szene Lustenau, Freudenhaus – nehmen ihren Veranstaltungsbetrieb laut Homepage erst wieder im April auf. Auch das Metro-Kino Bregenz öffnet erst ab 2. April, das Café wird aber ab Montagnachmittag (15. März) geöffnet sein.

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In Dornbirn ist man ebenfalls noch in der Planung, aufgrund der unsicheren Lage seien die vorgesehenen Programme, viele davon mit internationalen Künstlern, alle weiter mit Fragezeichen versehen, so Roland Jörg von der Dornbirner Kulturabteilung der Stadt. Vieles verschiebe sich mit Dauer der Pandemie immer weiter. Ähnlich ergeht es dem Spielboden Dornbirn. Man fahre derzeit zweigleisig, online und live, so Heike Kaufmann. Für das erste Kulturwochenende singt am Samstag (20. März), 15.00 Uhr, Lokalgröße „Gaul“ (Ulrich Gabriel) Frühlingslieder mit Kindern, zudem ist ein Kinoprogramm vorgesehen. Man wolle zunächst am Wochenende öffnen und zusehen, wie sich die Sache entwickle. „Wir planen derzeit nur zwei bis drei Wochen im Voraus“, hieß es.

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