„Bis an mein Lebensende“

Regie-Legende Steven Spielberg („E.T.“) feiert seinen 75. Geburtstag

Mit einer Super-8-mm-Filmkamera drehte Steven Spielberg als Teenager seine ersten Filme.
Mit einer Super-8-mm-Filmkamera drehte Steven Spielberg als Teenager seine ersten Filme. © AFP/Bouys

„Der weiße Hai“, „E.T.“, „Indiana Jones“, „Schindlers Liste“ — so produktiv, erfolgreich und abwechslungsreich wie Steven Spielberg ist kein anderer Hollywood-Regisseur. In einem Alter, in dem viele längst im Ruhestand sind, hat der Filmemacher jetzt Neuland betreten. Spielberg, der an diesem Samstag (18. Dezember) 75 Jahre alt wird, hat mit „West Side Story“ das erste Film-Musical seiner langen Karriere inszeniert — und sich damit einen Kindheitstraum erfüllt.

Spielberg arbeitet inzwischen längst an seinem nächsten Projekt. Mit dem autobiografisch geprägten Drama „The Fabelmans“ schaut der Sohn einer jüdischen Familie auf seine Kindheit zurück. Paul Dano spielt eine Figur in Anlehnung an Spielbergs Vater, Michelle Williams die Mutter-Rolle, Newcomer Gabriel LaBelle mimt den jungen Spielberg.

Spielberg verbrachte in den 50er Jahren Teile seiner Kindheit im US-Staat Arizona. Mit einer Super-8-mm-Filmkamera, einem Geschenk seines Vaters, drehte er schon als Teenager Filme. Spielbergs Vater war im vorigen Jahr mit 103 Jahren gestorben.

Als Regisseur und Produzent ist Spielberg unermüdlich. Vor „West Side Story“ brachte er den Sci-Fi-Thriller „Ready Player One“ (2018) und das Mediendrama „Die Verlegerin“ (2017) mit Meryl Streep und Tom Hanks auf die Leinwand. „Ich werde bis an mein Lebensende Regie führen“, sagte der Oscar-Preisträger 2016 beim Filmfest in Cannes. Es sei eine tolle Arbeit voller Freude.

Nach viermal „Indiana Jones“ war Schluss

Einen Rückzieher von einem Herzensprojekt machte Spielberg aber doch. Nach vier „Indiana Jones“-Filmen war er 2020 von dem geplanten fünften Teil der Abenteuersaga abgesprungen. Den Job gab er an den jüngeren Kollegen James Mangold ab, als Produzent ist er aber weiter an Bord. Nach zig Aufschüben soll „Indiana Jones 5“ mit dem ergrauten Harrison Ford als Archäologie-Professor Henry Walton Jones 2023 in die Kinos kommen.

Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Spielberg ist siebenfacher Vater und seit langem in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kate Capshaw (68) verheiratet.

Ende der 1960er Jahre hielt er mit dem Kurzfilm „Amblin“ in Hollywood Einzug. Nach einigen Lehrjahren als Regieassistent bei TV-Serien drehte Spielberg 1974 seinen ersten Spielfilm, „The Sugarland Express“, ein Roadmovie mit Goldie Hawn. Gerade 28 Jahre alt, läutete er mit dem Gruselschocker „Der weiße Hai“ die Ära der „Blockbuster“-Filme ein. Mit dem Science-Fiction-Thriller „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „Indiana Jones“ setzte Spielberg seinen Siegeszug in Hollywood fort. „E.T.“ (1982), der bis dahin kommerziell erfolgreichste Film überhaupt, wurde später von Spielbergs Dinosaurier-Spektakel „Jurassic Park“ noch übertroffen. Er brachte Milliarden in die Kinokassen, doch das reichte dem „Blockbuster“-König nicht.

Mit „Die Farbe Lila“ (1985) kam die Wende. Das Drama über das Schicksal einer schwarzen Frau in den US-Südstaaten holte elf Oscar-Nominierungen, ging bei der Verleihung allerdings leer aus. Sein Oscar-Triumph kam mit dem Holocaust-Drama „Schindlers Liste“. Der Film über das Leben des Industriellen Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkriegs Juden in seinen Betrieben beschäftigte und somit vor dem Tod rettete, kam im Dezember 1993 in die US-Kinos. Der Regisseur drehte über Monate hinweg an vielen Originalschauplätzen, etwa vor den Toren des Konzentrationslagers Auschwitz. Er betrieb Nachforschungen über eigene Verwandte, die im Holocaust getötet worden waren. „Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, bevor ich nach Polen ging“, sagte Spielberg, als er 1994 den Golden Globe und dann sieben Oscars erhielt. Seinen zweiten Regie-Oscar nahm Spielberg 1999 für den Kriegsfilm „Der Soldat James Ryan“ entgegen.

Gründung der Shoah Foundation

Nach den Dreharbeiten zu „Schindlers Liste“ gründete Spielberg die Shoah Foundation, um den Holocaust mit Zeitzeugen-Interviews zu dokumentieren. Zum 25. Jubiläum von „Schindlers Liste“ kam der Film 2018 erneut in die Kinos. „Es ist die perfekte Zeit, den Film noch einmal zu veröffentlichen. Wahrscheinlich noch wichtiger, als damals in den 90er Jahren“ sagte Spielberg dem Sender NBC. „Heute steht mehr auf dem Spiel als damals.“

Das könnte Sie auch interessieren

Wie ist Ihre Meinung?

Um Ihre Meinung zu posten, müssen Sie bei Facebook registriert und angemeldet sein.

Social Media Inhalt
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.