Das war 2021: Kultur

Bekannte Persönlichkeiten sind heuer von uns gegangen

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Auch 2021 beklagte die heimische Kulturszene so manchen schmerzhaften Verlust. So mussten wir uns etwa von den Malern Hans Staudacher (98) und Arik Brauer (92, l.) verabschieden, vom Maler und Filmemacher Peter Patzak (76, M.), vom Avantgarde-Filmemacher Ferry Radax (89), von ImPulsTanz-Mitbegründer Ismael Ivo (66), vom Schauspieler Erich Schleyer (81), vom Philosophen Rudolf Burger (82) und von der Journalistenlegende Hugo Portisch (94, r.). Opernweltstar Christa Ludwig starb am 24. April im Alter von 93 Jahren, Dichterin Friederike Mayröcker 96-jährig am 4. Juni, der Dichter, Kybernetiker und Theoretiker Oswald Wiener am 18. November mit 86 Jahren und ORF-Moderatorenlegende Sepp Forcher mit 91 Jahren am 19. Dezember.


Nachfolge

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Auch einige kulturelle Weichenstellungen erfolgen in diesem Jahr, manche davon werden erst später schlagend. Im Juli 2022 wird Barbara Staudinger, derzeit Direktorin des Jüdischen Museums in Augsburg, Nachfolgerin von Danielle Spera am Jüdischen Museum Wien. Mit Beginn des kommenden Jahres tritt die Marketing-Expertin Kristina Hammer (Bild) die Präsidentschaft der Salzburger Festspiele an.

 

 

 


„Quo vadis, Aida?“ erfolgreich

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Festivals und Preisverleihungen sehen 2021 meist anders aus als üblich. Siegerinnen und Sieger werden dennoch gekürt. Für Österreich sind international zwei Erfolge erwähnenswert: Der Jurypreis der Sektion „Un Certain Regard“ für den Film „Große Freiheit“ von Sebastian Meise bei den 74. Filmfestspielen in Cannes. Zudem war die österreichische Koproduktion „Quo Vadis, Aida?“ der bosnischen Filmemacherin Jasmila Zbanic der große Gewinner des 34. Europäischen Filmpreis. „Quo Vadis, Aida?“ gewann nicht nur in der Königskategorie des Besten Spielfilms. Zbanic (Bild) wurde überdies als beste Regisseurin gewürdigt.


„Nomadland“ großer Sieger bei heuriger Oscar-Verleihung

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Bei den Oscars wird „Nomadland” zum großen Sieger, mit Auszeichnungen als bester Film, beste Regie (Chloé Zhao, Bild) und beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand). Der 83-jährige Anthony Hopkins wird für seine Darstellung eines Demenzkranken in „The Father“ als bester Hauptdarsteller geehrt. Die Hauptpreise der großen Filmfestivals gehen an die rumänische Satire „Bad Luck Banging or Loony Porn” von Radu Jude (Berlin, Bild), das Fantasydrama „Titane” der Französin Julia Ducournau (Cannes) und das Abtreibungsdrama „L’événement” der französischen Regisseurin Audrey Diwan (Venedig). Beim Österreichischen Filmpreis ist „The Trouble with Being Born” der große Gewinner.


Weißmann neuer ORF-Generaldirektor

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Der ORF, hat 2021 einen neuen Generaldirektor bekommen. Es ist quasi ein Start-Ziel-Sieg. Der bisherige Vizefinanzdirektor Roland Weißmann (53) wird am 10. August im Stiftungsrat mit 24 von 35 Stimmen gewählt und wird am 1. Jänner 2022 Alexander Wrabetz nach drei Funktionsperioden ablösen. Die Konzepte der einzelnen Kandidaten unterscheiden sich jedoch nicht gravierend voneinander. Sein Personalpaket — darunter Eva Schindlauer als Finanzdirektorin, Ingrid Thurnher als Radiodirektorin, Stefanie Groiss-Horowitz als Programmdirektorin und Harald Kräuter als Technikdirektor — bekommt der designierte ORF-Chef Weißmann am 16. September im Stiftungsrat problemlos durch.


 

Zu den großen …

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… Verstorbenen der internationalen Szene zählten Starsopranistin Edita Gruberova (74, Bild), der niederländische Dirigent Bernard Haitink (92), Filmlegende Jean-Paul Belmondo (88), der griechische Komponist Mikis Theodorakis (96), Jazzpianist Chick Corea (79), US-Talkshow-Legende Larry King (87) und Rolling-Stones-Drummer Charlie Watts (80).

 

 

 


Ebrahimi ausgezeichnet

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Nava Ebrahimi gewinnt – mit einer auf Video aufgezeichneten Lesung — den Bachmann-Preis. Ebrahimi, in Teheran geboren, besuchte die Kölner Journalistenschule, studierte Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete unter anderem als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Graz.

 


Italien gewinnt den ESC

Die italienische Rockformation Måneskin siegt bei der 65. ESC-Ausgabe in Rotterdam.
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Die italienische Rockformation Maneskin siegt bei der 65. Ausgabe des Eurovision Song Contest in Rotterdam mit dem von ihr selbst geschriebenen Lied „Zitti e buoni“. Es war der erste italienische Beitrag seit 1990, der den Sieg holen konnte. Insgesamt war es der dritte Sieg für das Land beim Wettbewerb. Die Französin Barbara Pravi belegte mit „Voilà“ den zweiten Platz. Den dritten Platz erreichte Gjon’s Tears für die Schweiz mit dem Song „Tout l’univers“, welches mit 267 Punkten die meisten Jurypunkte erzielte. Die ersten drei Plätze gingen somit zum ersten Mal seit 1995 an nicht-englischsprachige Beiträge. Österreich, vertreten durch Vincent Bueno mit „Amen“, schied bereits im Halbfinale aus.


Personelle Wechsel

Elisabeth Schweeger ist die künstlerische Leiterin der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024.
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Bereits ihr Amt angetreten haben Lilli Hollein, die als Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des MAK zur Nachfolgerin von Christoph Thun-Hohenstein ernannt wurde, Jonathan Fine, der aus Berlin kommend an die Spitze des Weltmuseums Wien berufen wurde, Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler, die von Christine Dollhofer die Leitung des Linzer Crossing Europe Festivals übernommen haben, sowie Elisabeth Schweeger. Sie zeichnet nach dem ausgetauschten Stephan Rabl für die künstlerische Leitung der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 verantwortlich.

 


Er war kein Favorit

Abdulrazak Gurnah. Gurnah
Foto: AFP/Nachstrand

Den Literaturnobelpreis erhält heuer keiner der üblichen Favoriten, sondern völlig überraschend der in England lebende, tansanische Autor Abdulrazak Gurnah. Gurnah, 1948 im Sultanat Sansibar geboren, ist ein tansanischer Schriftsteller, der in Großbritannien lebt und arbeitet und in englischer Sprache schreibt. 1968 kam er als Flüchtling nach Großbritannien und studierte zunächst am Christ Church College in Canterbury. 1982 promovierte er an die University of Kent. Dort lehrte er bis zu seinem Ruhestand als Professor für Englisch und postkoloniale Literaturen.

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