„Freischütz“-Dorf auf Bregenzer Seebühne nimmt Gestalt an

Die Festspiele gewährten einen Einblick in die „Freischütz“-Kulisse. © APA/JOCHEN HOFER

Die Bregenzer Seebühne verwandelt sich mehr und mehr in das unheimliche winterliche Dorf, in dem Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ im Sommer spielen wird. Die Arbeiten liegen im Plan, informierten die Bregenzer Festspiele am Dienstag. Bei einem Pressetermin in der neuen Montagehalle im Festspielhaus gaben sie einen Einblick in die Arbeit an der Kulisse. Offiziell präsentiert wird das dann praktisch fertige Bühnenbild beim Richtfest am 17. April.

Während auf der Seebühne bereits 30 unheimlich aussehende, verwitterte Bäume für das „Freischütz“-Bühnenbild stehen, wird in der Montagehalle seit Anfang Februar an den acht Häusern und dem Kirchturm gearbeitet, die das „Freischütz“-Dorf bilden werden. Das kleinste Haus ist dabei etwa so groß wie eine Hundehütte, während das Dorfwirtshaus mit einer Grundfläche von 16 Quadratmetern die Maße eines kleinen Wohnzimmers hat. Die Häuser bestehen aus einer Holz- und Stahlkonstruktion, die Vorarlberger Firmen hergestellt haben. Der Zusammenbau, die Kaschur und die Fertigstellung erfolgen in der Montagehalle. Das höchste Gebäude im Bühnenbild wird der Kirchturm mit einer Höhe von knapp zwölf Metern sein.

Gearbeitet wird aktuell aber nicht nur an der Kulisse, sondern auch an der Seebühne selbst. Ein neuer Betonkern steht kurz vor der Fertigstellung, die Verlegung zweier Unterwasser-Versorgungsröhren ist im Gang. Durch diese werden anschließend Wasser-, Strom-, Licht- sowie Audio- und Netzwerkleitungen vom Festland auf die Seebühne gezogen.

Intendantin Elisabeth Sobotka freute sich über den ersten Pressetermin in der neuen Montagehalle und über die gemachten Fortschritte. Mit einem Blick auf eines der bereits fertigen Häuser sagte sie: „Es ist alles groß gedacht und gebaut, aber auch das Detail stimmt.“ Wie sie verriet, wird es bei der „Freischütz“-Inszenierung in Form eines kleinen Pools auch Wasser auf der Seebühne geben. Das sei ein Wunsch von Regisseur Philipp Stölzl gewesen, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Der Technikdirektor der Bregenzer Festspiele, Wolfgang Urstadt, zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. Man liege bei beiden Baustellen im Zeitplan, „es funktioniert sehr gut“. Die neue Montagehalle sei eine sehr große Hilfe, auch wenn sie geräumiger hätte ausfallen dürfen.

Die Arbeit von Ausstattungsleiterin Susanna Boehm und Kaschur-Leiter Robert Grammel baut auf einem 3D-Modell auf, das Stölzl erarbeitet hat. „Wir machen dann die Optik drauf“, sagte Grammel. Wie man ein neu gebautes Haus alt aussehen lasse, habe mit Erfahrung und mit „Learning by doing“ zu tun. Außerdem helfe es, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Für die „Freischütz“-Inszenierung schaue man sich etwa tote Bäume im Wald an. Dabei entdecke man Formen, „die so verrückt ausschauen, dass man sie hier gar nicht machen kann“, ergänzte Boehm – weil sie unglaubwürdig wären. Zur Aufgabe von Grammel gehört auch, 70 Lautsprecher in der Kulisse zu verstecken. Die Lautsprecher so zu platzieren, dass sie für die Opern-Besucher unsichtbar sind, sei heuer besonders schwierig, weil das Publikum beim „Freischütz“ sehr nah an der Bühne sitzt.

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„Der Freischütz“ ist im Rahmen des Bregenzer Festspielsommers 2024 (17. Juli bis 18. August) 27 Mal angesetzt. Aufgelegt sind rund 192.000 Tickets, von denen die Hälfte bereits verkauft ist.

78. Bregenzer Festspiele, 17. Juli bis 18. August 2024. bregenzerfestspiele.com

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