Für Starregisseur Frears war Wien der schönste Drehort

Stephen Frears zieht vor Wiens Schönheit den Hut © APA/AFP/TIZIANA FABI

Das offizielle Aushängeschild von „The Regime“ ist Kate Winslet als wahnsinnige Diktatorin eines fiktiven Landes. Aber der heimliche Star der neuen HBO-Serie, die ab 4. März bei Sky läuft, ist der Palast, in dem die Kanzlerin lebt, „gespielt“ von Schloss Schönbrunn. „Ich habe noch nie an einem so schönen Ort gedreht wie in Wien“, so der Regisseur Stephen Frears über den Dreh.

Stephen Frears kennt sich aus mit Palastintrigen. Der 82-jährige Brite hat 1988 „Gefährliche Liebschaften“ über die verhängnisvolle Affären des französischen Adels mit John Malkovich und Glenn Close in den Hauptrollen verfilmt und „Die Queen“ (2006) mit Helen Mirren als Königin Elisabeth II. gedreht. Und dennoch, so sagt er in einem Gespräch mit der APA und weiteren Medienvertretern, habe er noch nie in einer so schönen Stadt wie Wien mit seinen barocken Palais gearbeitet. „Ich habe immer wieder gesagt, wir sollten hier ein Remake von ‚Gefährliche Liebschaften‘ drehen“, lacht der Regisseur, „diese Räumlichkeiten sind viel schöner!“

Die prunkvollen Barockpaläste Wiens dienten als majestätische Kulisse, während der etwa sechs Wochen langen Dreharbeiten von „The Regime“ (damals trug die Serie den Arbeitstitel „The Palace“) im Frühjahr 2023. Einige der Szenen wurden im und außerhalb von Schloss Schönbrunn gedreht. Es ist tatsächlich das Erste, was wir sehen, wenn die sechsteilige Serie beginnt. In der Postproduktion hat man dem Schloss ein paar Stockwerke mehr verpasst, und im Hintergrund flankieren Berge die Szenerie. Im Kern ist es aber die ehemalige Sommerresidenz der Habsburger.

Stephen Frears, der für die Miniserie „A Very English Scandal“ einen BAFTA-Preis für die beste Regie gewann und zweimal für den Oscar nominiert war (für „Grifters“ und „Die Queen“), fühlt sich wohl in diesen großen Räumen und weiß genau, wie er sich dort zurechtfindet. Schönbrunn wurde innen und außen für den Palast der Kanzlerin genutzt, gedreht wurde aber auch im monumentalen Herkulessaal des Gartenpalais Liechtenstein im Wiener Bezirk Alsergrund.

Einige Szenen stammen aus dem Palais Pallavicini nahe der Wiener Hofburg, wo Carol Reed auch Teile von „Der dritte Mann“ (1949) gedreht hat, was für Frears etwas Besonderes war, weil der Klassiker einer seiner Lieblingsfilme ist. „Also stand ich dort, wo Carol Reed und Orson Welles gestanden hatten, und ich war überglücklich“, schwärmt der Regisseur. „Die Räume waren atemberaubend.“

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Jessica Hobbs schloss sich Frears an in ihrer Schwärmerei für Wien. Die in Neuseeland geborene Filmemacherin führte bei der Hälfte der drei Episoden Regie und kann auf Erfahrung mit der Netflix-Serie „The Crown“ verweisen. Man möchte meinen, dass sie an den Pomp gewöhnt ist, aber die Wiener Locations seien einfach „außergewöhnlich“ gewesen, sagt die 57-Jährige. „Ich habe drei Staffeln bei ‚The Crown‘ verbracht, und ich hatte noch nie zuvor etwas in dieser Größenordnung gesehen oder Zugang dazu“, zeigt sich die Regisseurin beeindruckt: „Diese Art von Erhabenheit und Schönheit war erstaunlich. Wir haben es geliebt, in Wien zu drehen.“

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