Groß geworden mit Musik

Auf Erfolgskurs: Junger oö. Posaunist und Baritonist Felix Geroldinger

Musiker Felix Geroldinger
Musiker Felix Geroldinger © Katharina Geroldinger

Seit kurzem ist Felix Geroldinger (26) 1. Posaunist beim Philharmonischen Orchester Vorpommern. Der junge Oberösterreicher erfüllt sich damit den Traum vom Berufsmusiker.

Ein Gespräch mit dem Enzenkirchener begleitet eine Einführung in Instrumentenkunde. Seine Familie ist ein Beispiel dafür, wie ohne Druck, aber mit liebevoller Förderung Begeisterung für Musik entsteht. Spürbare Begeisterung.

Besondere Instrumente für sich entdeckt

Vater Karl hat Trompete studiert und ist Leiter des Oö. Landesmusikschulwerks, seine Mutter unterrichtet Querflöte. Im Alter von sieben Jahren hat Felix begonnen, Trompete zu lernen. Sein Bruder hat die Liebe zum Schlagzeug entdeckt und sein Studium in Wien bereits abgeschlossen. Die Schwester ist den Weg der Mutter gegangen und mit der Querflöte gerade dabei, ihre Universitätsausbildung zu absolvieren.

Die Eltern haben die Kinder regelmäßig mitgenommen zu Konzerten und Proben, nie sei dabei Druck ausgeübt worden, so sei jeder frei dafür gewesen, sich dorthin zu entwickeln, wo es für ihn gepasst habe: „Es war sehr motivierend, dass sie uns viel gezeigt haben.“ Felix absolvierte das Linzer Musikgymnasium, begleitend dazu bereits ein Vorstudium an der Linzer Bruckneruni.

„Eine sehr prägende Zeit, weil man sich da sehr intensiv mit Musik auseinandersetzt mit Leuten, die auch so ähnlich eingestellt sind.“ Er und seine Geschwister nahmen regelmäßig bei prima la musica teil und gewannen zahlreiche Preise. Nach dem Bachelor (Posaune, Tenorhorn und Euphonium) ebendort, fing Felix an den Landesmusikschulen Raab und Andorf selbst zu unterrichten an und studierte in Wien weiter. Euphonium?

„Das Euphonium ähnelt dem Tenorhorn, ist mit einem geraden Schalltrichter nur etwas anders gebaut und wird hauptsächlich in Brass Big Bands eingesetzt, funktioniert gleich und klingt ein wenig anders“, erklärt der Musiker. Ein wenig kleiner ist das Bariton, das Geroldinger ebenfalls spielt: „Ein wunderbares Instrument, das bei uns noch nicht so bekannt ist.“ Er engagiert sich auch dafür, dass für „seine“ raren Instrumente Werke um- oder neu geschrieben werden.

Nach dem gegen 15 Konkurrenten gewonnenen Probespiel in Vorpommern hat er nun eine neue musikalische Heimat gewonnen. Seit Juni ist er 1. Posaunist beim Philharmonischen Orchester. Dass die Stadt am Meer liegt, freut den Liebhaber der See besonders. Die Probezeit läuft ein Jahr, danach kann er fix übernommen werden. Seine Eltern haben ihn schon besucht und live erlebt.

Wenn er nach Hause kommt – Entfernung 900 Kilometer —, nutzt er die Gelegenheit, mit der Familie zu musizieren. Das kann im von Vater geleiteten Philharmonischen Orchester Ried sein oder im 2008 gegründeten Geschwistertrio Ensemble Esprit. Abseits der Klassik spielt er gern in der Brass Band OÖ: „Eine sehr coole Art von Musik, sehr intensiv.“

Geroldinger hat gerade seine erste Solo-CD herausgebracht, die heißt nicht nur deshalb „Premiere“, sondern auch, weil er damit versucht, den Bariton solistisch in den Vordergrund zu rücken. Darauf enthalten sind u.a. neue Werke, etwa eine Komposition des oö. Komponisten Thomas Doss für Geroldinger, und zwei Stücke, die Felix mit seinen Geschwistern eingespielt hat.

An seiner neuen Wirkungsstätte begeistern ihn „tolle Kollegen, abwechslungsreiche Tätigkeit und Freude an der Arbeit“. Letztere bedeute auch drei Stunden üben am Tag. Ausgleich findet er beim Fotografieren, Reisen und bei Unternehmungen mit Freunden. Wie jeder andere auch, hege auch er den Traum, einmal bei den Wiener Philharmonikern zu spielen, aber: „Ich möchte Spaß an der Musik haben, wo und wie ist gar nicht so wichtig.“

Von Melanie Wagenhofer

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