Grünes Licht für das frischadaptierte Kunst Haus Wien

Das Kunst Haus Wien blüht auf © APA/HANS KLAUS TECHT

Nach knapp neun Monaten Umbau startet das 1991 eröffnete Kunst Haus Wien mit 29. Februar in seine neue Ära: Unter Direktorin Gerlinde Riedl wurde die Anlage seit 1. Juni 2023 in puncto Nachhaltigkeit auf den neuesten Stand gebracht, nicht zuletzt aber auch die Dauerausstellung zum Namensgeber Friedensreich Hundertwasser adaptiert. Nun gibt es bis 3. März bei freiem Eintritt ein umfangreiches Eröffnungsprogramm.

Im Kern wurde auf hydrothermische Energieversorgung umgestellt, die Gebäudetechnik erneuert, eine Grundwasserzisterne zur Bewässerung der Pflanzen im Haus eingebaut und das Foyer behutsam adaptiert. Die Energieeinsparung – wenn man den Bereich der ursprünglich klimatisierten Fläche als Parameter heranzieht – wurde um 75 Prozent reduziert.

„Vieles, was hier in den vergangenen Monaten geschehen ist, ist für den Besucher und die Besucherin nicht sichtbar“, konstatierte Direktorin Riedl bei der Präsentation am Mittwoch. Die Maßnahmen seien jedoch essenziell und entscheidend für die Zukunft des Hauses gewesen. Und zugleich wurde der Markenauftritt auf verschiedene Grüntöne umgestellt. „Wir nennen es Fifty Shades of Green“, umriss die Hauschefin augenzwinkernd das Konzept.

Vor allem aber auch wurde die Dauerausstellung mit der größten Hundertwasser-Sammlung weltweit aufgefrischt. Durch die Herausnahme von Zwischenwänden und ähnlichem präsentiert sich die Anlage auf zwei Stockwerken nun luftiger, großzügiger und lässt nicht nur einen unverstellteren Blick auf die präsentierten 170 Werke aus dem Œuvre des Künstlers zu, sondern auch auf die bei Hundertwasser stets immens wichtigen innenarchitektonischen Details.

50 Arbeiten, die bis dato noch nie oder lange schon nicht mehr gezeigt wurden, finden sich nun im Talon. Dazu gehört ein Modell des Schiffes „Regentag“, das einst im Besitz Hundertwassers war und das heute in Tulln liegt. Ob eines Tages auch das Original eventuell am Donaukanal unweit des Kunst Hauses vor Anker gehen kann, darüber steht eine Einigung mit der Hundertwasser Privatstiftung noch aus. „Es muss ja auch noch etwas für die Zukunft überbleiben“, zeigte sich Riedl entspannt optimistisch.

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Apropos Zukunft: Die Arbeiten am neuen Projektraum „Garage“ laufen noch bis Ende März, damit man rechtzeitig zur ersten Klima Biennale Wien ab 5. April als Festivalzentrale zur Verfügung steht. Bis dahin soll unter anderem im Hof der Klima-Kulturpavillon errichtet werden, der dann als Aufenthaltsort dienen soll. Passend dazu wird auch die Gruppenausstellung „Into the Woods“ eröffnet, bei der 16 Kunstschaffende ihre Positionen zum Thema Wald im Rahmen der Klima Biennale präsentieren.

„Das Museum ist ein Ort, wo man über Klimatechnik vom Feinsten sprechen kann“, verwies Wiens Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) auf eine der neuen Positionierungen des Kunst Hauses. 3,5 Mio. Euro betrug das Gesamtbudget für den Umbau, wobei 1,5 Mio. Euro als Investitionszuschuss von der Wien Holding stammen. Dass man an der Unteren Weißgerberstraße sich künftig noch stärker auf den Klimawandel fokussieren werde, sei gerade für ein Haus, das auch im Tourismus große Bedeutung habe, sinnig, unterstrich Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ): „Die Klimakrise ist schließlich ein globales Thema.“

kunsthauswien.com

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